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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Dialysezugänge an der unteren Extremität

Meeting Abstract

  • Christoph Schröders - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Leif Germaschewski - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Tobias Steinke - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch634

DOI: 10.3205/10dgch634, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6346

Published: May 17, 2010

© 2010 Schröders et al.
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Einleitung: Das durchschnittliche Überleben an der Dialyse nimmt stetig zu. Gleichzeitig steigen Begleitmorbidität und Anzahl der durchgeführten Shuntrevisionseingriffe. Das Aufbrauchen der Nativgefäße und zentralvenöse Abflussprobleme machen weitere Shuntanlagen an der oberen Extremität im Einzelfall unmöglich. In solchen Fällen muss auch eine Shuntanlage an der unteren Extremität in Erwägung gezogen werden.

Material und Methoden: In unserem überregionalen Gefäßzentrum werden jährlich über 600 dialyseassoziierte Operationen durchgeführt. Von 2006 bis September 2009 wurden 1.187 Shuntanlagen und -revisionen durchgeführt. Bei 3 Patienten mit komplettem Verschluss der oberen zentralen Venen musste auf einen Dialysezugang an der unteren Extremität zurückgegriffen werden. Zweimal wurde primär ein femoro-femoraler Prothesenshunt angelegt, in einem Fall wurde zunächst eine distale native Fistel zwischen der A. femoralis und der V. saphena magna auf Kniegelenkshöhe angelegt.

Ergebnisse: Trotz fehlender Anamnese und unauffälliger Vordiagnostik musste die native Fistel wegen eines akuten Steal-Syndroms nach wenigen Tagen in einen femoro-femoralen Saphenaloop umgewandelt werden. Nach initial erheblicher Lymphstauung konnte schließlich die problemlose Dialyse über den Shunt etabliert werden. Bei den beiden Prothesenshunts entwickelten sich nach mehreren Monaten Stenosen der nachgeschalteten Venen (V. femoralis communis und V. iliaca externa) welche mehrfach einer interventionellen Ballondilatation mit high-pressure und cutting Ballons zugeführt werden mussten. Die assistierte Offenheitsrate dieser Shunts liegt aktuell bei über 20 Monaten.

Schlussfolgerung: Native und prothetische Shuntanlagen an der unteren Extremität stellen im ausgewählten Einzelfall einen alternativen Dialysezugang dar. Stenosen des venösen Abflusses sind häufig, können aber interventionell behandelt werden.