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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Karydakis-Operation für Rezidiv eines Sinus pilonidalis

Meeting Abstract

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  • Igors Iesalnieks - Uniklinikum Regensburg, Chirurgie, Regensburg, Deutschland
  • Hans Jürgen Schlitt - Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Regensburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch622

DOI: 10.3205/10dgch622, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6223

Published: May 17, 2010

© 2010 Iesalnieks et al.
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Einleitung: Die Patienten, die sich mit Rezidiv eines Sinus pilonidalis nach vorausgegangenen Operationen vorstellen, weisen ein erhöhtes Re-Rezidivrisiko nach erneuter chirurgischen Behandlung auf. Eine komplette Exzision des Sinus pilonidalis mit offener Wundbehandlung oder mit primären medianen Wundverschluss (Gruppe 1) wurde zu Karydakis-Operation (Gruppe 2) in Bezug auf Re-Rezidivrisiko verglichen.

Material und Methoden: Die Technik der Karydakis-Operation: die Haut wurde mit 1 cm subkutanen Fettgewebes wetzsteinförmig, asymmetrisch, d.h. lateral der Mittellinie, unter Mitnahme der Primärfisteln in der Rima exzidiert. Nach der Exzsion des Sinus wurde ein ca. 1 cm dicker Haut-/Fett-Lappen gebildet, nach lateral verschoben und fixiert. Die Rima ani wird in Folge des Eingriffes abgeflacht, die resultierende Wunde liegt ca. 1–2 cm lateral der Mittellinie.

Ergebnisse: 76 Patienten wurden wegen Rezidivs eines Pilonidalissinus operiert – Gruppe 1: 37 Patienten (25 primär medianer Wundverschluss, 12 offene Wundbehandlung), Gruppe 2: 39 Patienten. Die beiden Gruppen waren in Bezug auf das durchschnittliche Alter (27,5 bzw. 25,5 Jahre), Dauer der Erkrankung (48 bzw. 52 Monate), die mittlere Zahl der Voroperationen (2,1 bzw. 2,0) und die Geschlechtsverteilung vergleichbar. Die Nachsorgedaten lagen in 68 von 76 Fällen vor. Ein Rezidiv wurde bei 19 von 33 Patienten (58%) in der Gruppe 1 und bei 3 von 35 in der Gruppe 2 (9%) beobachtet. Der Unterschied war statistisch signifikant (p=0,0005 in der Log-Rank Analyse).

Schlussfolgerung: Die Patienten, die sich mit Rezidiv nach chirurgischer Behandlung eines Sinus pilonidalis vorstellen, haben ein erhöhtes Rerezidivrisiko, wenn eine Exzision mit offener Wundbehandlung bzw. mit einem primärem medianen Wundverschluss durchgeführt werden. Durch Einsatz der Karydakis-Operation, die zu einer Abflachung der Rima ani und Lateralisierung der Operationswunde führt, kann das Rezidivrisiko signifikant reduziert werden.