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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Im Rahmen einer Schilddrüsenresektion diagnostiziertes und versorgtes Aneurysma der A. subclavia im supraclaviculären Abschnitt

Meeting Abstract

  • Andreas Wunsch - Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Bochum, Deutschland
  • Peter Schenker - Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Bochum, Deutschland
  • Stefan Michalski - Ruhr Universität Bochum, Knappschaftskrankenhaus Bochum, Klinik für Chirurgie, Bochum, Deutschland
  • Stefan Jonas - Knappschaftskrankenhaus Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Richard Viebahn - Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch620

DOI: 10.3205/10dgch620, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6208

Published: May 17, 2010

© 2010 Wunsch et al.
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Einleitung: Aneurysmen der A. subclavia werden oft nur zufällig entdeckt. Sie treten zumeist durch thrombembolische Komplikationen oder lokal-raumfordernde Symptome mit Kompression von Gefäßen oder Nerven in Erscheinung. Die Aneurysmen sind selten arteriosklerotischer Natur, können aber durch Traumen, eine Halsrippe oder eine Lungenspitzentuberkulose mit perisubclavialer Entzündung entstehen.

Material und Methoden: Eine 43-jährige Patientin, bei der 6 Jahre zuvor eine Nierentransplantation vorgenommen worden war, stellte sich zur Resektion einer Struma nodosa vor. Zudem hatte die Patientin über eine schmerzhafte Schwellung im Bereich der medialen linken Supraclavikulargrube berichtete, die erstmals 2 Jahre vor dem jetzigen Vorstellungstermin aufgefallen war. Es war daraufhin eine Kernspintomographie veranlaßt worden, anhand derer ein auf 2,5 cm vergrößerter Lymphknoten in dieser Lokalisation diagnostiziert wurde. Zum Ausschluß einer PTLD wurde daher die Indikation zur Entfernung dieses „Lymphknotens“ im Rahmen der Schilddrüsenresektion gestellt.

Ergebnisse: Nach der Schilddrüsenresektion erfolgte die Freilegung der vorbeschriebenen Raumforderung über den Kocherschen Kragenschnitt. Dabei fand sich lateral der Gefäßnervenscheide des Halses links ein ca. 2 x 2 cm großes Aneurysma der A. subclavia, das komplett mit organisiertem thrombotischen Material ausgekleidet war. Das Aneurysma konnte über den gleichen Zugang wie die Schilddrüse reseziert werden, und die A. subclavia wurde durch Direktnaht verschlossen. Postoperativ zeigte sich in der duplexsonographischen Kontrolle der linken A. subclavia ein regelrechtes Flußprofil. Es konnte eruiert werden, daß im Rahmen der Nierentransplantation über die linke Halsseite ein großlumiger, zentraler Venenkatheter eingelegt worden war.

Schlussfolgerung: Supraclaviculäre Raumforderungen sollten stets mit der gebotenen Vorsicht angegangen werden, insbesondere wenn eine unmittelbare Nähe zu den großen Gefäßen bekannt ist. Falls sich eine überraschende Diagnose ergibt, sollte die Möglichkeit zur qualifizierten gefäßchirurgischen Versorgung (ggfs. auch über einen erweiterten Zugang) bestehen.