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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Knieverletzungen im Kindesalter – Welche Konsequenz hat die MRT-Untersuchung?

Meeting Abstract

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  • Peter Flacker - Städtisches Klinikum, Kinderchirurgie, Karlsruhe, Deutschland
  • Peter Paul Schmittenbecher - Klinikum Karlsruhe gGmbH, Kinderchirurgische Klinik, Karlsruhe, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch594

DOI: 10.3205/10dgch594, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5947

Published: May 17, 2010

© 2010 Flacker et al.
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Einleitung: Knieverletzungen sind im Kindes- und Jugendalter häufig. Die MRT stellt die entscheidende diagnostische Maßnahme dar. In einigen Fällen verursacht sie jedoch Zusatzkosten ohne therapeutische Konsequenz. Diese Studie geht der Frage nach, welche relevanten Befunde in der MRT erhoben wurden resp. welche Untersuchungen entbehrlich waren.

Material und Methoden: In die retrospektive Studie wurden 35 Patienten eingeschlossen, die von 1/06 bis 7/09 eine durch uns veranlasste MRT des Knies nach Trauma erhalten hatten. Das Alter betrug zwischen 7 und 18 Jahren, w:m 13:22.

Die Daten wurden aus Notfallbögen, Ambulanzkarten, OP-Berichten, konventionellen Röntgen- und MRT-Befunden entnommen. Als Knietraumata wurden auch erstmalige Patellaluxationen gewertet.

Ergebnisse: Alle Patienten hatten eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Bei 25 Patienten bestand ein Erguss, bei 10 war eine Punktion notwendig.

Das Röntgenbild zeigte nur in 4 Fällen Besonderheiten: 2 Knochen-/Knorpelflakes, 1 Eminentia-interkondylaris-Ausriss, 1 Patellafraktur.

Die MRT ergab folgende Diagnosen: Patellaluxation (n=20), Kreuzbandverletzung (n=5), Distorsion/Knochenkontusion (n=6), distale Femurfraktur (n=1), Kontusion der Weichteile (n=1), Innenmeniskusriss (n=1), Patellafraktur (n=1).

Klinisch relevante Diagnosen wurden im MRT bei 12 Patienten erhoben, 11 davon operierten wir (8 Patellaluxationen, 2 Kreuzbandrupturen, 1 Patellafraktur). In 1 Fall lag eine im Röntgenbild nicht erkannte distale Femurepiphyseolyse vor, was zu einer entsprechenden Ruhigstellung führte. Bei den anderen Patienten konnte durch konservative Behandlung eine gute Stabilität und Belastbarkeit erzielt werden.

Schlussfolgerung: Rein klinisch kann eine Operationsindikation nach einer Knieverletzung im Kindesalter nur im Ausnahmefall gestellt werden. Auch das unauffällige konventionelle Röntgenbild mit oder ohne Belastbarkeit des Kniegelenks schließt eine Operationsindikation nicht aus. Eine MRT sollte jedoch nur erfolgen, wenn innerhalb von 10 Tagen bei konventionell radiologisch ausgeschlossener Fraktur keine Belastung möglich ist oder ein rezidivierender resp. anhaltender Gelenkerguss auftritt.

Um die strengere Indikationsstellung zu prüfen, wird eine prospektive Studie angeschlossen.