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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Versorgung von grob dislozierten Femurschaftfrakturen mit drei elastisch stabilen intramedullären Nägeln bei Kindern

Meeting Abstract

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  • Marion Rapp - Universitätsklinikum S-H, Campus Lübeck, Kinder- und Jugendmedizin, Lübeck, Deutschland
  • Kristina Albers - Universität zu Lübeck, Klinik für Kinderchirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Martin M. Kaiser - Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum S-H, Campus Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch589

DOI: 10.3205/10dgch589, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5894

Published: May 17, 2010

© 2010 Rapp et al.
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Einleitung: Bei kindlichen Femurspiralfrakturen führt die klassische C-Konfiguration der ESIN-Osteosynthese häufig zu peri- und postoperativen Komplikationen. Biomechanische Untersuchungen zeigen Vorteile in der Frakturstabilität bei der Versorgung mit 3-ESIN. Klinische Fallserien liegen bisher nicht vor.

Material und Methoden: Prospektiv wurden die Patienten erfasst, bei denen eine dislozierte Femurfraktur mit 3-ESIN von demselben Operateur versorgt wurde. Intraoperativ wurde antero-lateral ein dritter intramedullärer Nagel eingebracht. Die peri- und postoperativen Komplikationen sowie die radiologischen Bilder wurden direkt postoperativ und vor der Materialentfernung ausgewertet. Halbjährlich wurde das funktionelle Ergebnis mit der Neutral-Null-Methode und dem Harris-Score erfasst sowie die Beinlänge ermittelt.

Ergebnisse: Zwischen 03/2007 und 02/2009 wurden 8 Kinder wegen komplett dislozierter Femurfrakturen mit 3-ESIN versorgt (5w/3m, 8–13 J., 28–54kg). Es handelte sich um 6 lange Spiralfrakturen, um eine Querfraktur mit Biegungskeil, bzw. um eine Trümmerquerfraktur im Rahmen eines Polytraumas. Bei keinem Patienten musste ein erneuter Eingriff durchgeführt, das OP-Verfahren gewechselt oder ein zusätzlicher Gips angelegt werden. Die radiologischen Kontrollen zeigten eine stabile Frakturversorgung mit guter Achsenstellung. In der ersten Nachuntersuchung sechs Monate nach Metallentfernung zeigten alle Patienten einen unauffälligen Harris-Score (100/100 Punkte). In den weiteren halbjährlichen Nachuntersuchungen zeigten alle Patienten eine sehr gute Beweglichkeit und Achsenstellung. Klinisch messbare Beinlängendifferenzen lagen nicht vor.

Schlussfolgerung: Im klinischen Kollektiv der älteren Kinder und Jugendlichen bestätigen sich die biomechanischen Vorteile der Stabilisierung komplett dislozierter Femurfrakturen mit 3-ESIN durch eine geringe peri- und postoperative Komplikationsrate sowie gute funktionelle Ergebnisse.