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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Einsatz eines Dermisersatzes (Matriderm®) bei thermischen Verletzungen der kindlichen Hand

Meeting Abstract

  • Ingo Königs - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Katrin Zahn - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Konrad Reinshagen - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Maximilian Göppl - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Lucas M. Wessel - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch549

DOI: 10.3205/10dgch549, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5494

Published: May 17, 2010

© 2010 Königs et al.
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Einleitung: Insbesondere im Kindesalter ist die vollständige Wiederherstellung der Funktion der Hand nach thermischer Verletzung ein entscheidendes Ziel der modernen Verbrennungsmedizin. Nach Transplantationen bei drittgradigen Verbrennungen kommt es oft zu einer ausgedehnten Narbenbildung mit Kontrakturen, Narbenhypertrophien und geminderter Elastizität der Haut. Dies führt zu kosmetisch und insbesondere funktionell mangelhaften Ergebnissen, die oft auch trotz langwieriger Physiotherapie und konsequenter konservativer Narbentherapie nicht ausreichend gebessert werden können. Zur Steigerung der Hautqualität werden verschiedene künstliche Dermisersatzmaterialien in der primären Rekonstruktion eingesetzt.

Material und Methoden: Im Rahmen dieser Arbeit stellen wir unsere Ergebnisse mit der Anwendung von Matriderm® bei der primären Spalthauttransplantation an 15 Händen von 10 Kindern nach thermischer Verletzung vor (Alter Ø 5,3 Jahre, KOF insg. Ø 27,1%). Matriderm® ist eine Collagen-Elastin-Matrix, die bei der Versorgung einzeitig unter Spalthaut als Dermisersatz angewendet wird.

Ergebnisse: Im Gegensatz zur sonstigen kindlichen Causalitätenverteilung waren nur 13% der Hände durch Verbrühungen verletzt worden. In 93% der Fälle kam es zu einer sehr guten Einheilung ohne Infektionen und nachfolgend zu einer funktionellen Restitutio ad integrum mit auch sehr gutem ästhetischem Ergebnis. Bei einer Hand verbleibt auch nach ausgiebiger physiotherapeutischer Therapie inklusive Schienenbehandlung und Kompressionstherapie ein Flexionsdefizit im Handgelenksbereich, so daß eine sekundäre operative Korrektur nicht zu vermeiden sein wird.

Schlussfolgerung: Matriderm® ist ein geeigneter Dermisersatz in der Behandlung kindlicher Handverbrennungen. Dies ist im Gegensatz zum Integra als weitläufig verbreitetem Dermisersatz in einer einzeitigen Rekonstruktion mit gleichzeitiger Spalthauttransplantation möglich. Jedoch sollte weiterhin als erstes das gute spontane Heilungspotential kindlicher Hände nach Verbrennung in Betracht gezogen werden.