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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Prospektive Kostenanalyse der laparoskopischen IPOM vs. Sublay-Netzimplantation bei der Hernienreparation

Meeting Abstract

  • Marcus Overhaus - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Caroline Schaudienst - Uniklinik Bonn, Chirurgie, Bonn, Deutschland
  • Tim Vilz - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Jens Standop - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Nico Schäfer - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Jörg C. Kalff - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Andreas Türler - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch530

DOI: 10.3205/10dgch530, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5309

Published: May 17, 2010

© 2010 Overhaus et al.
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Einleitung: Im Vergleich zur konventionellen Technik mittels offener Netzimplantation in Sublay-Technik (ST) können mit der laparoskopischen intraperitonealen Onlay Mesh (IPOM) Technik Narbenhernien und Nabelhernien, insbesondere bei adipösen Patienten, mit einem geringeren Operationstrauma versorgt werden. Diese prospektive Studie soll die Vor- und Nachteile beider Operationstechniken insbesondere unter Konstenaspekten analysieren.

Material und Methoden: In dem Zeitraum von 2005 bis 2007 verglichen wir prospektiv 29 konsekutive Patienten, die sich einer ventralen Hernienreparation mittels IPOM-Technik unterzogen mit 23 konsekutiven Patienten, bei denen wir im gleichen Zeitraum eine offene Narben- oder Nabelhernienreparation mit Netzimplantation in Sublay-Technik durchführten. Wir erfassten Alter, Geschlecht, Komorbiditäten, BMI, Operationszeit, Krankenhausliegedauer, postoperative Morbidität und Mortalität, Operations- und Netzkosten und Kosten und Erlös des Krankenhausaufenthaltes nach DRG. Beide Studienkollektive wurden mit dem Mann-Whitney-U-Test analysiert. Zusätzlich wurden der Chi-Quadrat- und der Fisher's Exact Test herangezogen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter (IPOM: 61 vs. ST: 54 Jahre), die durchschnittliche Operationszeit (IPOM 106 vs. ST: 116 Minuten, p = 0,477) und damit die Operationskosten (IPOM: 347,3 € vs ST: 381,3 €) war in beiden Gruppen vergleichbar. Der BMI lag in der IPOM Gruppe signifikant höher (IPOM: 33,8 vs ST: 28,4 p<0.012). Die durchschnittliche Liegedauer war in der IPOM Gruppe signifikant kürzer als in der ST Gruppe (IPOM vs. Sublay: 7,1 vs. 8,6 Tagen; p=0.048). Die durchschnittlichen Netzkosten lagen in der IPOM Gruppe (562 €) signifikant höher als in der Sublay Gruppe (202 €, p≤0.001).

Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt, dass die laparoskopische Hernienreparation auch unter den DRG-Modalitäten kostendeckend möglich ist. Die höheren Netzkosten können durch eine verkürzte Krankenhausliegedauer und Operationszeit ausgeglichen werden. Langezeituntersuchungen werden zeigen, ob die IPOM Methode sich auch unter klinischen Aspekten wie Rezidive oder Adhäsionen mit Subileus durchsetzen kann.