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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Therapie einer proximalen Femurschaftfraktur bei ipsilateraler Girdlestone-Situation

Meeting Abstract

  • Markus Neumaier - Klinikum rechte der Isar der TU München, Unfallchirurgie, München, Deutschland
  • Helen Vester - Klinikum rechts der Isar, Unfallchirurgie, München, Deutschland
  • Sonja Gillen - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • Frank Martetschläger - Klinikum rechte der Isar der TU München, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Deutschland
  • Ulrich Stöckle - Klinikum rechte der Isar der TU München, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch480

DOI: 10.3205/10dgch480, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4800

Published: May 17, 2010

© 2010 Neumaier et al.
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Text

Einleitung: Eine Girdlestone-Situation ist eine kritische Situation, da hier noch ein low-grade Infekt, eine Instabilität und eine Teilbelastungssituation vorliegt. Kommt es hier zu einer weiteren Läsion am Femur oder Acetabulum ist oftmals ein Revisionsalloarthroplastik nicht mehr möglich oder zum scheitern verurteilt. Dies geht meist mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und nicht zu unterschätzenden Co-Morbiditäten einher.

Material und Methoden: Fallbericht mit Literaturanalyse

Ergebnisse: Eine 59-jährige Frau wurde uns im septischen Schock zuverlegt bei Infekt einer H-TEP mit Abszessen im M. iliacus und M. glutaeus. Nach Sanieung mit TEP-Ausbau und Etappenlavage stürzte die Patienten am Tag der geplanten Verlegung in die Rehabilitationsklinik. Hierbei zog sich die Patientin eine ipsilaterale proximale Femurschaftfraktur zu, die nach Planung mit einer langen Trochanterabstützplatte versorgt wurde. Es kam innerhalb von 4 Monaten zur Konsolidierung der Femurfraktur, so dass hier bei weiterer Keimfreiheit (2x Punktion) eine simultane Materialentfernung und Implantation einer Revisionsprothese statt finden konnte. Im Verlauf zeigte sich ein gutes postoperatives Ergebnis mit guter Beweglichkeit und hilfsmittelfreier Mobilisation (Harris-Hip-Score: 81).

(Abbildung 1 [Abb. 1])

Schlussfolgerung: Infekte nach Hüftendoprothetik sind selten, sehr selten akut lebensbedrohlich, aber oftmals für den betroffenen Patienten eine Katastrophe. So Enden Patienten mit infizierter Prothese oft in einer Girdlestone-Situation oder „stabilen“ Fistel, was zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führt. Kommt hierbei noch eine weitere Läsion hinzu, stehen oft nur wenige Optionen zur Wahl und ein schlechtes Outcome ist oftmals vorprogrammiert. Hier müssen alle möglichen Anstrengungen unternommen werden um eine akzeptabel Lebenssituation für den Patienten zu schaffen, auch wenn es sich nicht im derzeitigen Vergütungssystem widerspiegelt.