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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Lymphknotenmetastasen mit Kapseldurchbruch sind beim bei Pankreas- und periampullären Karzinomen prognostisch relevant

Meeting Abstract

  • Klaus Prenzel - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Eva-Maria Rohrmoser - Universität zu Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- u. Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Stefan Paul Mönig - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Christian Gutschow - Medizinische Einrichtungen der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Daniel Vallböhmer - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Uta Drebber - Universität zu Köln, Institut für Pathologie, Köln, Deutschland
  • Dirk L. Stippel - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
  • Arnulf H. Hölscher - Universitätsklinikum Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch431

DOI: 10.3205/10dgch431, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4315

Published: May 17, 2010

© 2010 Prenzel et al.
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Einleitung: Die lymphogene Metastasierung stellt bei Pankreas- und Karzinomen der periampullären Region einen etablierten Prognosefaktor dar. Neben der Anzahl der befallenen Lymphknoten wird auch die durchbrochene Lymphknotenkapsel als prognostisch relevant diskutiert. In der vorliegenden Studie wurde die Bedeutung des Kapseldurchbruchs (KD) von Lymphknotenmetastasen bei dieser Tumorentität untersucht.

Material und Methoden: In der vorliegenden prospektiven Beobachtungsstudie wurden die Resektate von 163 Pankreas- und periampullären Karzinomen (Pankreas-Ca: n=111, Papillen-Ca: n=33, Gallengangs-Ca: n=19) untersucht. Folgende Resektionsverfahren wurden durchgeführt: Whipple-Op: n=54, OP n. Traverso: n=70, Pankreatektomie n=14, Pankreaslinksresektion n=25. Die Präparate wurden entsprechend der UICC-TNM-Klassifikation klassifiziert. Zusätzlich wurden die Lymphknoten auf KD untersucht. Die Daten wurden mit den klinisch-pathologischen Parametern sowie dem Überleben der Patienten korreliert.

Ergebnisse: Bei 105 Patienten (64%) bestand eine lymphogene Metastasierung. Ein KD konnte bei 44 Patienten (27%) nachgewiesen werden. Pankreaskarzinome hatten eine signifikant höhere Rate an KD als Papillenkarzinome (50% vs. 18%; p<0.01). Die Rate an KD korrelierte signifikant mit dem T-Stadium. T1/2 Karzinome wiesen in 5% der Fälle KD auf im Gegensatz zu 51% bei T3/4 Karzinomen (p<0.01). Patienten mit einem pN0-Stadium hatten ein medianes Überleben von 45 Monaten (CI 95%: 19–70 Monate). Bei Vorliegen eines pN Stadiums ohne KD lag das mediane Überleben bei 37 Monaten (CI 95%: 16–57 Monate) im Gegensatz zu einem medianen Überleben von lediglich 7 Monaten (CI 95%: 4–10 Monate) bei Patienten mit pN Stadium und KD (p<0.001).

Schlussfolgerung: Ein KD in Lymphknotenmetastasen stellt einen relevanten negativen Prognosefaktor bei Patienten mit Pankreas- und periampullären Karzinomen dar. Dieser sollte in die TNM-Klassifikation miteinbezogen werden.