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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Heparin-induzierte Thrombozytopenien Typ II im Rahmen lokaler Lysen akuter Extremitätenischämien – ein ungünstiger Prognosefaktor

Meeting Abstract

  • Malte Weinrich - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Christel Weiß - Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Medizinische Statistik, Biomathematik und Informationsverarbeitung, Mannheim, Deutschland
  • Anna Kayser - Universitätsklinikum des Saarlandes, Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Homburg/Saar, Deutschland
  • Rebecca Frech - Universitätsklinikum des Saarlandes, Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Homburg/Saar, Deutschland
  • Martin K. Schilling - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik f. Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Homburg/Saar, Deutschland
  • Bernhard Stephan - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, Homburg/Saar, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch427

DOI: 10.3205/10dgch427, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4272

Published: May 17, 2010

© 2010 Weinrich et al.
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Einleitung: Eine Effektantikoagulation mit unfraktioniertem Heparin stellt die initiale Standardtherapie bei klinischer Diagnose einer akuten Extremitätenischämie dar. Im Falle einer anschließenden lokalen Lyse wird erstere für die Dauer der Therapie zumeist fortgeführt. Da es sich um ein multimorbides Patientenkollektiv mit generalisiertem Gefäßleiden handelt, ist von einer Heparin-Präexposition der Patienten auszugehen. Mit der Entwicklung einer die Prognose verschlechternden Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) Typ II ist daher zu rechnen.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden alle Patienten von Januar 2001 bis Dezember 2006 untersucht, bei denen aufgrund einer akuten oder subakuten Extremitätenischämie eine lokale Lyse durchgeführt wurde. Neben der Inzidenz einer HIT Typ II wurde deren Einfluss auf den Erfolg der Lyse bezüglich eines Extremitätenerhaltes untersucht.

Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum führten wir 151 lokale Lysen bei Extremitätenischämien durch. Das Patientenalter betrug 63,8 ± 13,0 (Mittelwert ± Standardabweichung, 19-91) Jahre. Weiblichen Geschlechtes waren 55 Patienten, 96 Patienten waren männlich. Bei 25 Patienten wurde bei klinischem beziehungsweise laborchemischem Verdacht auf das Vorliegen einer HIT Typ II eine HIT-Diagnostik durchgeführt. Diese ergab bei fünf Patienten einen positiven Befund (3,3%). Während von diesen Patienten vier einen Extremitätenverlust erlitten (80%), betrug die Rate an Majoramputationen im Restkollektiv nur 4,8% (7 von 146 Patienten), p<0,001.

Schlussfolgerung: Die Inzidenz einer HIT Typ II war in unserem Patientengut hoch und führte bei diesen Patienten zu einer signifikanten Zunahme der Amputationen. In Anbetracht des deutlich erhöhten Risikos dieser Patienten für einen Extremitätenverlust ist eine alternative Antikoagulation im Rahmen lokaler Lysen zu diskutieren.