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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Längs oder Quer? Die Arteriotomie aus biomechanischer Sicht

Meeting Abstract

  • Peter Knez - Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Iskender Al Umaray - Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Adnan Kukic - Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Ilhami Benli - Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Thomas Schmandra - Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland
  • Thomas Schmitz-Rixen - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch387

DOI: 10.3205/10dgch387, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3877

Published: May 17, 2010

© 2010 Knez et al.
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Text

Einleitung: Für den chirurgischen Zugang zum Arteriensystem stehen im Wesentlichen zwei Grundtechniken zur Verfügung: Die Quer- sowie die Längsarteriotomie. Neben der schnelleren Durchführbarkeit wird auch eine geringere Alteration der biomechanischen Eigenschaften als Pluspunkt der queren Arteriotomie angeführt. Nachteilig stellt sich dabei die eingeschränkte Erweiterbarkeit bei atherosklerotisch alterierten Gefäßen im Falle einer notwendigen TEA dar. In dieser Arbeit soll die maximale Abweichung des elastischen Profils nach Arteriotomien miteinander verglichen werden.

Material und Methoden: An ovinen Arteriae carotes communes wird eine Quer- oder Längsarteriotomie definierter Länge durchgeführt, welche mittels direkter Naht (Quer- und Längsarteriotomie) bzw. Venen-Patchplastik (Längsarteriotomie) versorgt wird. Die Messung erfolgt in einem künstlichen Kreislaufmodell mittels Laserscanmikrometer bei synchroner Druckmessung. Die Fallzahl beträgt für jede Gruppe n=6. Als Maß für die Alteration des Complianceprofils wird die Differenz zwischen der maximalen Complianceerhöhung und der maximalen Complianceerniedrigung (jeweils in % Abweichung vom zu erwartenden Referenzwert) bestimmt. Die Signifikanz der Ergebnisse wird mittels Kruskal Wallis Test überprüft.

Ergebnisse: Unter physiologischen Kreislaufbedingungen fand sich für die quere Arteriotomie eine Gesamtalteration der circumferenten Compliance von 119,1±38,5%, für die Längsarteriotomie von 87,1±28,7% sowie für die Längsarteriotomie mit Venen-Patchplastik von 79,0±23,0%. Obwohl der Eindruck eines etwas homogeneren elastischen Profils der Längsarteriotomien entsteht, konnte eine statistische Signifikanz nicht bewiesen werden (P=0,13).

Schlussfolgerung: Aus biomechanischer Sicht liegen keine signifikanten Unterschiede zwischen Quer- und Längsarteriotomie, mit- oder ohne Patchplastik vor. Dementsprechend kann die Form der Arteriotomie nach rein praktischen Erwägungen (quer bei geringer - längs bei starker Kalzifikation) gewählt werden.