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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Aneurysma der A. gastroduodenalis – Ein Fall nur für Spezialisten?

Meeting Abstract

  • Martin Lainka - Kath. Kliniken Essen-Nord-West, Klinik für Allgmein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Essen, Deutschland
  • Gudrun auf der Springe - Kath. Kliniken Essen-Nord-West, Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Essen, Deutschland
  • Georg Omlor - Kath. Kliniken Essen-Nord-West, Klinik für Allgmein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch374

DOI: 10.3205/10dgch374, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3745

Published: May 17, 2010

© 2010 Lainka et al.
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Text

Einleitung: Der chronische Oberbauchschmerz stellt eines der häufigsten Symptome des Menschen dar. Vor invasiven Therapieentscheidungen muss hier im Zweifel auch an seltene Ursachen gedacht werden. Aneurysmen der Viszeralarterien sind mit einer Inzidenz von 0,2% selten. Aneurysmen der gastroduodenalen Arterien machen hiervon nur 0,4% aus, so dass es sich weltweit um Einzelfälle handelt, die regelhaft als asymptomatisch beschrieben werden. Der folgende Fall zeigt, dass gerade bei seltenen Therapieentscheidungen ein spezialisierter Generalist im Vorteil sein kann.

Material und Methoden: Bei einer 70-jährigen Patientin soll bei Cholecystitis nach fachärztlicher Einweisung eine Cholecystektomie durchgeführt werden. Aufgrund der zweifelhaften Befundkonstellation mit negativem Sonogramm und Laborbefund bei Aufnahme erfolgt bei der Patientin mit uncharakteristischen, als krampfartig oder pulsierend empfundenen Oberbauchschmerzen zunächst ein Abdomen-CT mit Gefäßrekonstruktion. Neben einem subtotalen Verschluß des Truncus coeliacus zeigt sich ein ca. 2,5 cm großes Aneurysma der A. gastroduodenalis. Die Leberperfusion erfolgt vollständig über die A. mesenterica superior und die aneurysmatische gastroduodenale Arterie. Da eine interventionelle Therapie ausscheidet wird bei V. a. symptomatischem Aneurysma eine Resektion des Aneurysmas vorgenommen und die Gefäßstrombahn ohne Fremdmaterial rekonstuiert. Die Gallsenblase ist intraoperativ unauffällig. Postoperativ ist die Patientin bei komplikationslosem Verlauf beschwerdefrei.

Schlussfolgerung: Das Aneurysma der A. gastroduodenalis stellt eine Rarität dar, die darüber hinaus selten zu einer Symptomatik führt. Im vorliegenden symptomatischen Fall führte die gleichzeitige viszeralchirurgische und gefäßchirurgische Expertise zur richtigen Therapieentscheidung. Bei seltenen Krankheitsbildern mit unspezifischem Beschwerdebild kann ein spezialisierter Generalist im Vorteil sein.