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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Funktionelle Ergebnisse nach Rekonstruktion des ulnaren Kolateralbandes am Daumen mit Knochenanker

Meeting Abstract

  • Sammy Al-Benna - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Klinik für Plastische Chirurgie, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bochum, Deutschland
  • Tobias Hirsch - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bochum, Deutschland
  • Hans-Ulrich Steinau - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Brandverletzungen, Bochum, Deutschland
  • Lars Steinstraesser - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Brandverletzungen, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch328

DOI: 10.3205/10dgch328, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3288

Published: May 17, 2010

© 2010 Al-Benna et al.
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Text

Einleitung: Verletzungen des Metakarpophalangealgelenkes gehen häufig mit einer vollständigen oder partiellen Ruptur des ulnaren Kollateralbandes des Daumens einher. Dies ist mit einer Instabilität des betroffenen Gelenkes assoziiert. Das ulnare Kollateralband ist oft an der Ansatzstelle ausgerissen, was eine Refixation erschwert. Ziel dieser Studie war es die klinischen Behandlungsergebnisse nach Reparatur des Kollateralbandes durch Anker mit doppelseitigem Gewinde zu evaluieren.

Material und Methoden: 39 Patienten mit akuter drittgradiger Verletzung des ulnaren Kollateralbandes (vollständige Ruptur) wurden in die Studie eingeschlossen. Anker mit doppelseitigem Gewinde wurden verwendet um das Kollateralband in der anatomischen Stellung zu refixieren. Sehnenverlängerungen bzw. Transplantate wurden nicht verwendet. Die abschließende Follow-up Untersuchung erfolgte zwischen 4,5 und 13 Monaten post-OP.

Ergebnisse: Eine Stener Läsion konnte bei 56,4% der Patienten beobachtet werden. Röntgenaufnahmen zeigten die akkurate Platzierung der Knochenanker in der Spongiosa. Bei dem letzten postoperativen Follow-up beschrieben 92,3% der Patienten subjektiv gute bis exzellente Ergebnisse. Alle Patienten konnten innerhalb von 6 Wochen Alltagsaktivitäten problemlos durchführen und kehrten innerhalb von 14 Wochen zur ursprünglichen Arbeit bzw. sportlichen Aktivitäten zurück. Schmerzfreiheit konnte bei 84,6% der Patienten erzielt werden. Der Bewegungsumfang war bezüglich der metakarpophalangealen Flexion/Extension um 9,7% eingeschränkt. Der interphalangeale Bewegungsumfang war um 23,5% verringert. Die Greifkraft lag im Verhältnis zur gesunden Seite bei 94,1%. Die Kneifkraft war in Apposition im Mittel bei 95,8% und in Opposition bei 91,3% verglichen mit der gesunden Seite.

Schlussfolgerung: Ein stabiles Metakarpophalangealgelenk konnte bei allen Patienten auch nach dem letzten Follow-up beobachtet werden. Diese Studie unterstützt die Verwendung von Ankern mit doppelseitigem Gewinde zur Behandlung der akuten Ruptur des ulnaren Kollateralbandes als eine einfache und effektive Methode.