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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der Stellenwert der neoadjuvanten Therapie in der Behandlung des Rektumkarzinoms

Meeting Abstract

  • Peter Kujath - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Ann-Kathrin Hielmcrone - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Claudia Killaitis - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Elisabeth Oevermann - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Martin Hoffmann - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Peter Kujath - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch323

DOI: 10.3205/10dgch323, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3233

Published: May 17, 2010

© 2010 Kujath et al.
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Text

Einleitung: Seit etwa 10 Jahren wird in der chirurgischen Therapie des Rektumkarzinoms zusätzlich eine neoadjuvante Radio-Chemotherapie durchgeführt. Ziel der Untersuchung war eine Bilanzierung der Ergebnisse des derzeitigen Vorgehens.

Material und Methoden: Im Zeitraum vom 1.1.1998–30.06.2008 wurden 1.458 colo-rektale Karzinome operiert. 601 Patienten (61,4% männlich, 38,6% weiblich) hatten ein Rektumkarzinom. Bei 289 Patienten erfüllten die Kriterien einer standardmäßigen neo-adjuvanten Radio-Chemotherapie. Alle Patienten wurden kontinuierlich in der etablierten Tumornachsorge der Klinik für Chirurgie betreut.

Ergebnisse: 289 Patienten wurden dem UICC-Stadium II und III zugeteilt. Alle Patienten wurden elektiv operiert und eine R0-Resektion vorgenommen. 54% der Patienten im UICC-Stadium II und 75% der Patienten im UICC-Stadium III wurden nach der neo-adjuvanten Therapie einem niedrigeren Stadium zugeteilt, d.h. „downgestaged“. Postoperative Komplikationen traten in 29,5 vs. 32,2% (neo/non-neo) auf (ns). Ein Drittel der Komplikationen war chirurgisch. Bezüglich der Rate an Anastomoseninsuffizienzen betrugen die Werte 7,8 vs. 8,4%. Strahlenkomplikationen wurden in 13,8%, Komplikationen nach Chemotherapie in 12,8% der Fälle registriert.

Bezüglich der Rezidivhäufigkeit zeigte sich ein signifikanter Unterschied zugunsten der neo-adjuvanten Therapie mit 2,6% vs. 5,6% bei adjuvanten Schemata und 14,5% bei allein chirurgischer Therapie. Dieser Therapievorteil wird allerdings durch einen signifikanten Unterschied bei der Entstehung metachroner Metastasen von 23,1% (average time to detection 21 Monate) bei neo-adjuvanter Therapie und 10,5% bei den chirurgischen Patienten (29,4 Monate average time to detection) relativiert.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der neoadjuvanten Radio-Chemotherapie zeigen eine Verbesserung der 5-Jahresüberlebensrate bei einer Komplikationsrate auf gleichem Niveau gegenüber der rein chirurgischen Therapie. Die günstigen Daten werden dadurch relativiert, dass das Kollektiv der rein chirurgisch behandelten Patienten im Durchschnitt älter war. Weiterhin bestanden aufgrund von einer erhöhten Komorbidität Ausschlußkriterien gegenüber eine neo-adjuvanten Radio-Chemotherapie.