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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Crohn-assoziierte kolorektale Karzinome – Für welche Patienten besteht ein Karzinomrisiko?

Meeting Abstract

  • Claudia Seifarth - Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik und Poliklinik I, Berlin, Deutschland
  • Saskia Lohmann - Charité, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Nadia Slavova - Charité, Campus Benjamin Franklin, Klinik Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Anton J. Kroesen - Krankenhaus Porz am Rhein, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Köln, Deutschland
  • H.-J. Buhr - Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik und Poliklinik I, Berlin, Deutschland
  • Jörg-Peter Ritz - Charité, Universitätsmedizin Benjamin Franklin, Chir. Klinik u. Poliklinik I, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch321

DOI: 10.3205/10dgch321, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3216

Published: May 17, 2010

© 2010 Seifarth et al.
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Text

Einleitung: Zu den typ. Komplikationen des Morbus Crohn (MC) zählen Fisteln, Abszesse und Stenosen. Die maligne Entartung mit Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms gehört dagegen zu den seltenen aber lebensbedrohlichen Komplikationen. Daher ist es notwendig zu definieren, welche Pat. ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Crohn-assoziierten Karzinoms (CAK) haben, um diese Gruppe intensiv zu überwachen und frühzeitig zu therapieren. Ziel der vorliegenden Studie war es, unser Krankengut im Hinblick auf diese Problematik zu analysieren.

Material und Methoden: Eingeschlossen in die Auswertung wurden alle Pat. mit einem MC, die zw. 2000 u. 2009 operativ therapiert wurden. Aus dieser Datenbank wurden Pat. mit dem Nachweis eines Karzinoms im crohnbefallenen Darmabschnitt gesondert analysiert. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen einer prospektiven Studiendokumentation und umfasste: Erstdiagnose, Krankheitsdauer, Befallsmuster, operative Vorgehensweise, klinische Symptome, Nebendiagnosen und vorbestehende Immunsuppression.

Ergebnisse: Insg. wurden im Untersuchungszeitraum 509 Pat. mit MC operiert. Darunter fielen 374 Pat. mit intestinalem (178 mit rein kolorektalem) und 135 Pat. mit perianalem Befall. Insg. zeigten sich bei 10 der 509 operierten Pat. CAK. Die Malignome waren wie folgt lokalisiert: Rektum n=4, Sigma n=1,Transversum n=1, Ascendens n=1 und term. Ileum n=3. Das Auftreten der malignen Entartung erfolgte nach einer Erkrankungsdauer von durchschnittlich 23 Jahren (10 bis 30 Jahre) bei Pat., die mit durchschnittlich 20,7 Jahren (3 bis 29 Jahre) eine Erstmanifestation entwickelt hatten. Bei 2 Pat. bestand bereits ein histologisch gesichertes Karzinom; bei 8 Pat. handelte es sich um einen Zufallsbefund. Alle Pat. wurden durch eine onkologisch radikale Operation (nach-) reseziert.

Schlussfolgerung: Die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms bei Pat. mit MC stellt eine insg. seltene aber lebensbedrohliche Komplikation dar. Risikofaktoren sind ein früher Erkrankungsbeginn, langjähriger Krankheitsverlauf und der kolorektale Befall. Bei Pat. mit langjährigem schweren Crohnverlauf sollte daher stets auch an das Karzinomrisiko gedacht werden. Diese Pat. bedürfen einer intensivierten Überwachung und frühzeitigen Therapie bei nicht sicher abgeklärten Stenosen.