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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Perianale Fisteln bei Morbus Crohn: Implantation eines Analfistel-Plugs unter Infliximab- oder Azathioprin-Therapie

Meeting Abstract

  • Emile Rijcken - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Mike Georg Laukötter - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Rudolf Mennigen - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Thorsten Vowinkel - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch307

DOI: 10.3205/10dgch307, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3077

Published: May 17, 2010

© 2010 Rijcken et al.
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Einleitung: Bei Morbus Crohn-assoziierten Perianalfisteln besteht nach operativem Verschluß eine hohe Rezidiv- und Inkontinenzgefahr, sodaß häufig lediglich drainierende Eingriffe durchgeführt werden. Eine neuere Möglichkeit des Fistelverschlusses ist die Implantation eines Fistel-Plugs, eine Kollagen-Matrix, welche aus porciner Submukosa gewonnen wird. Wir überprüften den operativen Fistelverschluss durch Implantation eines Analfistel-Plugs bei Patienten mit Morbus Crohn unter immunsuppressiver Therapie.

Material und Methoden: Die Studie wurde als nicht-randomisierte Beobachtungsstudie angelegt. Primärer Endpunkt war der Fistelverschluß, sekundärer Endpunkt die Rezidivfreiheit nach einem Jahr. Alle Patienten erhielten präoperativ eine Prokto-/Rektoskopie mit Sphinktermanometrie und transanalen Endosonographie sowie ein MRT-Becken. Der Cleveland Clinic Kontinenz-Score und der Perianal Crohn's Disease Activity Index (PCDAI) wurden gemessen. Das postoperative Follow-up erfolgte nach 1 und zwei Wochen sowie nach 1, 2, 3, 6 und 12 Monaten.

Ergebnisse: Von 06.2008 bis 05.2009 wurden 8 Patienten (m:w 5:3, Alter 33,8±8 Jahre, BMI 25,7±3,7 kg/m²) mit einem Analfistel-Plug (AFP, Surgisis®-BiodesignTM, Cook®-Medical) operiert. Alle Patienten hatten neben perianalen Crohn auch einen Befall des Kolons und des Ileums. 7 Fisteln waren durch Fadendrainage vorbehandelt. Die Zeit von Erstdiagnose der Fistel bis zum AFP betrug 3,2±1,9 Jahre. 7 Patienten erhielten Infliximab und Azathioprin. Die mittlere Beobachtungsdauer war 6,4 Monate. Die Verschlussrate war 75%. 2 Patienten entwickelten einen Abszeß bei Fistelpersistenz jeweils bei verzweigter Fistel. 1 Patient entwickelte ein Fistelrezidiv nach primärem Verschluß. Bei Patienten mit Fistelverschluß besserte sich der PCDAI von 7,8±2,6 auf 1,3±1,5 Punkte. Die Kontinenz war bei allen Patienten intakt.

Schlussfolgerung: Der AFP ist eine Alternative in der Behandlung von perianalen Fisteln bei Morbus Crohn. Hierbei kann die immunsuppressive Therapie weitergeführt werden. Auch beim AFP bleibt die Persistenz- bzw. Rezidivgefahr bestehen. Die Indikationsstellung muß individuell erfolgen, wobei komplexe Fisteln weniger geeignet erscheinen.