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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Risikobereitschaft und Körperbild von Patienten in der minimalinvasiven und NOTES Chirurgie

Meeting Abstract

  • Wolfram Lamadé - Robert Bosch Krankenhaus, Abt. Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Stuttgart, Deutschland
  • Christoph Ulmer - Robert Bosch Krankenhaus, Abt. Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Stuttgart, Deutschland
  • Kristina Goetzky - Robert Bosch Krankenhaus, Abt. Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Stuttgart, Deutschland
  • Claudia Windholz - Robert Bosch Krankenhaus, Abt. Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Stuttgart, Deutschland
  • Klaus-Peter Thon - Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart, Abt. Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Stuttgart, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch209

DOI: 10.3205/10dgch209, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2097

Published: May 17, 2010

© 2010 Lamadé et al.
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Einleitung: Trotz rasanter Entwicklung narbenarmer SILS-/NOS-/NOTES-Operationen ist noch unklar welche Patienten von der neuen Technik profitieren und welche Patienten auf solche Operationen drängen.

Ziel unserer Studie war es, die Bedeutung von Narben in Abhängigkeit vom Körperbild zu analysieren und die Risikobereitschaft der Patienten zu erfassen.

Material und Methoden: Basierend auf dem Fragebogen FKB-20 mit 28 Einzelfragen und 8 Zusatzfragen verglichen wir das Körperbild bei Patienten mit konventionellen (n=23), laparoskopischen (n=21) und narbenarmen NOS- Eingriffen (n=24) in einer prospektiven nicht randomisierten Studie.

Unter den 68 Patienten 37 Frauen und 31 Männer. Der Altersmedian lag bei 51 Jahren (Spanne 17–77). Die drei Patientengruppen unterschieden sich nicht signifikant.

Die Fragen wurden prä- und postoperativ erhoben.

Ergebnisse: Die Bereitschaft ein höheres Op-Risiko einzugehen und eine zunehmend hohe Geldsumme für weniger Narben zu bezahlen war signifikant korreliert mit dem Körperbild (p=0.05) aber nicht mit der Körperdynamik. Diese Befunde waren unabhängig von der tatsächlich durchgeführten Operation.

Weder die Operation noch die Gruppenzugehörigkeit zu konventioneller, laparoskopischer noch NOS-Gruppe hatten einen signifikanten Einfluss auf die beiden Ergebnisgrößen Körperbild und Körperdynamik (p=0,71). Diese korrelierten aber untereinander (p=0.01). Der Unterschied zwischen prä- und postoperativen Messungen betrug weniger als 5% (p=0,46).

79% aller Patienten würden eine Operation mit weniger Narben vorziehen. Dabei würden alle Patienten der NOS-Gruppe diese (narbenfreie) Operation wieder durchführen lassen. 82% der konventionell operierten Gruppe würden sich für ein minimal-invasives Vorgehen bei vergleichbarem Risiko entscheiden.

Schlussfolgerung: Die überwiegende Mehrzahl der Patienten bevorzugt eine narbenarme oder narbenfreie Operation. Die Bereitschaft, hierfür eine Geldsumme zu bezahlen und ein erhöhtes OP-Risiko einzugehen, ist korreliert mit einem negativeren Körperbild.