gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Implantat = Implantat? Eine Studie zur Untersuchung der Einheilung texturierter Mammaimplantate verschiedener Oberflächenstrukturen

Meeting Abstract

Search Medline for

  • Till Scholz - Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Jens Diedrichson - Florence Nightingale Krankenhaus, Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Jutta Liebau - Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch204

DOI: 10.3205/10dgch204, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2041

Published: May 17, 2010

© 2010 Scholz et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Seit 1985 hat sich in Deutschland die sogenannte 3. Generation von Implantaten mit kohäsiver Silikongelfüllung und texturierter Oberfläche durchgesetzt. Die Oberflächenbeschaffenheit der Brustimplantate ist produktionsbedingt unterschiedlich. Diese Studie wurde durchgeführt, um den Einfluss der unterschiedlich texturierten Implantatoberflächen auf die Einheilung (Integration) zu untersuchen.

Material und Methoden: Seit August 2007 werden standardisiert Daten bezüglich der Integration texturierter Implantate der 3. Generation erhoben. Zur Evaluation wurden texturierte Implantate unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit (70–150µm Porengröße – Typ I, 250µm – Typ II, 300–900µm – Typ III) verglichen und die Einheilung (unterteilt in: vollständig, teilweise oder nicht im Gewebe eingeheilt) intraoperativ beurteilt. Weiterhin wurde sowohl das Vorliegen einer Serombildung, wie auch die Infekt- und die Defektrate der Implantate dokumentiert.

Ergebnisse: Von August 2007 bis März 2009 konnten Daten von 66 Implantatwechseln zur Auswertung herangezogen werden (Typ I n=25; Typ II n=16; Typ III n=25). Es zeigten sich deutliche Unterschiede bezüglich der Einheilungsraten (Typ I: 4,3% vollständig, 8,7% teilweise, 87% nicht eingeheilt versus Typ II: 18,8% vollständig, 25% teilweise, 56,2% nicht eingeheilt und Typ III: 80,9% vollständig, 4,8% teilweise, 14,3% nicht eingeheilt). Die Seromraten variierten oberflächenabhängig: Typ I 69,6%,Typ II 37,5% und Typ III 9,5% mit Serom im Kapsellager. Die Implantate des Typs I und II waren allesamt intakt, bei Implantaten des Typs III waren 12,5% (3 Implantate) defekt. In dieser Studie lag die Infektrate der Typ I Implantate bei 8%, die der Typ II Implantate bei 5,9% und die der Typ III Implantate bei 4%.

Schlussfolgerung: Diese Studie lässt einen Einfluss der Oberflächenstruktur texturierter Brustimplantate auf die Einheilung und die Seromrate vermuten. Hierfür könnten die unterschiedliche Verfahrensmethoden zur Herstellung der Oberflächenbeschaffenheit texturierter Implantate verantwortlich sein. Um nähere Aussagen der zugrundeliegenden Mechanismen treffen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig.