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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Lebertransplantation bei 26 HIV-positiven Patienten in Deutschland: Erfahrungen mit der Hepatits-C-Reinfektion nach Transplantation

Meeting Abstract

  • Steffen Manekeller - Universitätsklinik Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Evrim Anadol - Universitätsklinik Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik I – Allgemeine Innere Medizin –, Bonn, Deutschland
  • Uwe Spengler - Universitätsklinik Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik I – Allgemeine Innere Medizin –, Bonn, Deutschland
  • Jürgen Rockstroh - Universitätsklinik Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik I – Allgemeine Innere Medizin –, Bonn, Deutschland
  • Andreas Hirner - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
  • Jörg C. Kalff - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch184

DOI: 10.3205/10dgch184, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1847

Published: May 17, 2010

© 2010 Manekeller et al.
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Einleitung: Die Einführung der hochaktiven, antiretroviralen Therapie (HAART) hat zu einem drastischen Rückgang HIV-assoziierter Morbidität und Mortalität geführt. Als Konsequenz dessen sind leberassoziierte Komplikationen zu einer zunehmenden klinischen Herausforderung geworden. Bei einem Drittel der europäischen HIV-Patienten liegt eine Hepatitis C-Koinfektion und bei 6–9% eine Hepatits B-Koinfektion vor, sodass ein zunehmender Bedarf an Lebertransplantationen (0LTX) vorliegt.

Material und Methoden: Retrospektive Analyse von 26 HIV-positiven Patienten, welche in 7 deutschen Zentren transplantiert wurden. (Bonn n=10, Essen n=8, Hamburg n=3, Frankfurt n=2, Tübingen n=1, Regensburg n=1, Hannover n=1)

Ergebnisse: Indikation zur OLTX waren Endstadien der Zirrhose bei Hepatitis C und Hepatis B, zudem ein Budd-Chiari-Syndrom und eine HBV/HCV/HDV- Koinfektion. Die mediane CD4 Helferzellzahl vor Transplantation betrug 223/µl (IQR, 158–372). 2009 sind von allen transplantierten Patienten 17/26 am leben, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 30 Monaten (IQR,1–153). 9/26 Patienten sind verstorben, 5 in der frühen Periode nach OLTX, innerhalb von 3 Monaten; ein Patient aufgrund einer Organabstoßung und akutem Nierenversagen, eine Anderer aufgrund einer intrathorakalen Blutung, 3 verstarben in der Sepsis. 4 Patienten starben nach 8,10,31 und 56 Monaten; 1 durch eine Anastomoseninsuffizienz mit Massenblutung, 2 aufgrund sekundärem Organversagen und 1 nach Re-Re-OLTX durch Sepsis. Eine HBV-Reinfektion konnte in 8/9 Patienten erfolgreich verhindert werden, wohingegen sich eine HCV-Reinfektion bei allen Patienten manifestierte.

Schlussfolgerung: OLTX ist in Deutschland eine sinnvolle Therapieoption bei HIV-positiven Patienten im Endstadium einer Lebererkrankung, mit insgesamt akzeptabler Überlebensrate. Die Reinfektion mit HCV stellt eines der größte klinischen Herausforderungen nach OLTX bei HIV/HCV-Koinfizierten dar.