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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Onkologische Eingriffe an der Speiseröhre beim älteren Menschen – Erfahrungen aus fünf Jahren Ösophaguschirurgie

Meeting Abstract

  • Simon John - Klinikum Bremen-Mitte, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Onkologische Chirurgie, Bremen, Deutschland
  • Silke Schüle - Klinikum Bremen-Mitte, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Onkologische Chirurgie, Bremen, Deutschland
  • Michaela Fuhlrott - Klinikum Bremen-Mitte, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Onkologische Chirurgie, Bremen, Deutschland
  • Thomas Lehnert - Klinikum Bremen-Mitte, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Onkologische Chirurgie, Bremen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch149

DOI: 10.3205/10dgch149, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1498

Published: May 17, 2010

© 2010 John et al.
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Einleitung: Die onkologische Ösophagusresektion ist bei gegebener Resektabilität Therapie der Wahl maligner Erkrankungen der Speiseröhre. Postoperative Morbididät und Letalität sind durch das individuelle, mit dem Alter zunehmende kardiopulmonale Risikoprofil geprägt. Wir untersuchten Unterschiede bezüglich des stationären Verlaufs sowie des Gesamtüberlebens älterer (>65 Jahre) und jüngerer Patienten (≤65 Jahre).

Material und Methoden: Prospektive Erfassung aller wegen einer malignen Erkrankung der Speiseröhre zwischen 04/2004 und 08/2009 in unserer Klinik onkologisch resezierter Patienten. Wir untersuchten epidemiologischen Daten, stationären Verlauf und Outcome. Ein Follow-Up mittels telefonischer Interviews von Patienten und Weiterbehandelnden dokumentierte den Verlauf (maximaler Nachbeobachtungszeitraum 65 Monate)

Ergebnisse: Bislang erfassten wir 110 Patienten (15w/85m). Der Altersmedian lag bei 64,2 Jahren (Bereich 28–88 Jahre). 63 Patienten waren zum Operationszeitpunkt ≤65 Jahre (Gruppe 1), 47 >65 Jahre (Gruppe 2). Bezüglich der Anzahl resezierter Lymphknoten (median 25 vs. 24, p=0,80), der Beatmungsdauer (median 31 vs. 32 Stunden, p=0,23), der Rate chirurgischer Komplikationen (35% vs. 34%, p=0,92), der KH-Letalität (3% vs. 11%, p=0,11) und des 3-Jahres-Gesamtüberlebens 37% vs 40%, p=0,61) zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Signifikant unterschieden sich Dauer der intensivmedizinischen Behandlung (median 4 vs. 7 Tage, p=0,01), Krankenhausaufenthalt (median 22 vs. 32 Tage, p=0,01) und Rate nicht-chirurgischer Komplikationen (54% vs. 79%, p=0,01).

Schlussfolgerung: Unserer Erfahrung nach zeigt sich kein signifikanter Unterschied bezüglich Mortalität und geschätztem Überleben bei älteren (>65 Jahre) gegenüber jüngeren Patienten (≤65 Jahre) bei onkologischen Speiseröhreneingriffen. Chirurgische Komplikationen scheinen nicht altersabhängig zu sein, pulmonale Komplikationen verlängern bei älteren Patienten den Intensivüberwachungsbedarf und stationären Aufenthalt, ohne Einfluss auf das Gesamtüberleben zu nehmen. Patienten sollten daher nicht alleine aufgrund Ihres Alters von einer potentiell kurativen Operation ausgeschlossen werden.