gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Identifizierung zweier neuer potentieller Tumorsuppressorgene für das kolorektale Karzinom

Meeting Abstract

  • Michael Carsten Gock - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeinchirurgie, Rostock, Deutschland
  • Thomas Wilhelm - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeinchirurgie, Rostock, Deutschland
  • Dirk Kocan - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeinchirurgie, Rostock, Deutschland
  • Sven Eisold - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Ernst Klar - Universitätsklinikum Rostock, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Michael Linnebacher - Universitätsklinikum Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch130

DOI: 10.3205/10dgch130, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1303

Published: May 17, 2010

© 2010 Gock et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Veränderungen der chromosomalen Struktur haben Einfluß auf die Tumorgenese des Kolonkarzinoms. So führen z.B. Verlust der Heterozygotie (LOH), oder homozygote Deletionen zur Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (TSG). Mittels Gen-Chip Analyse ist es möglich diese Phänomene in hoher Auflösung zu untersuchen. Die vorliegende Studie untersucht mittels Chip Analyse das Genom verschiedener Zelllinien des kolorektalen Karzinoms auf rekurrente LOHs und Deletionen, um somit potentielle TSGs aufzudecken.

Material und Methoden: Genetische Aberrationen von insgesamt 5 humanen kolorektalen Zelllinien wurden mittels Array-CGH (comparative genomische hybridisierung) analysiert. Die Zelllinien wurden zuvor aus humanem Tumorfrischgewebe angelegt. Durch die Verwendung des 1.800k Genome Wide SNP 6.0 Affymetrix Chips konnte eine sehr hohe Auflösung werden. Die Expression von Genprodukten der identifizierten Kandidaten-TSGs wurde mittels Endpunkt- und quantitativer PCR analysiert. Exemplarisch wurden diese Produkte sequenziert um alternative Spleißvarianten und Mutationen zu identifizieren.

Ergebnisse: Die Array-Ergebnisse deckten sich mit denen der konventionellen Zytogenetik und mFISH-Analyse. Wir beschränkten uns in dieser initialen Analyse darauf, die Bereiche, die bei einer chromosomal-stabilen aber mikrosatelliten-instabilen Zelllinie (HROC24) auffällig waren zu untersuchen. 10 genomische Bereiche zeigten Deletionen, in 7 davon sind Gene kodiert. 5 dieser Bereiche sind als „common fragile site“ beschrieben, zwei wurden bereits als TSGs für das kolorektale Karzinom identifiziert (FHIT und WWOX). FHIT und zwei der verbliebenen Kandidaten wurden bezüglich der mRNA-Expression näher untersucht. In der Sequenzanalyse wurden zusätzlich Mutationen und bislang nicht beschriebene Spleißvarianten identifiziert.

Schlussfolgerung: Zwei neue mögliche TSGs des Kolonkarzinoms konnten mittels Array-CGH identifiziert werden. Als nächster Schritt wird die Expression in mikrodissizierten Pärchen von Tumor- und Normalgewebe analysiert werden. Die prognostische und diagnostische Wertigkeit wird in diesen Untersuchungen durch einen Vergleich mit dem klinischen Outcome definiert werden. Funktionelle Untersuchungen dieser Gene werden auch folgen.