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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

NOTES in der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie

Meeting Abstract

  • Elias Karakas - Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Marburg, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg, Deutschland
  • Torsten Steinfeldt - Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Standort Marburg, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Marburg, Deutschland
  • Andreas Gockel - Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Standort Marburg, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Marburg, Deutschland
  • Frank Sommer - Philipps Universtät Marburg, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Marburg, Deutschland
  • Hans Rudolf Richard - Jusuts-Liebig Universität Gießen, Klinik für Schweine, Innere Medizin und Chirurgie, Gießen, Deutschland
  • Cornelia Exner - Philipps Universität Marburg, Institut für Biologie, Tierphysiologie, Marburg, Deutschland
  • Reiner Westermann - Philipps Universität Marburg, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Marburg, Deutschland
  • Torsten Schlosshauer - Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Marburg, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg, Deutschland
  • Carsten Dietz - Universitätsklinikum Giessen und Marburg, Standort Marburg, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg, Deutschland
  • Detlef Klaus Bartsch - Philipps- Universität Marburg, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch129

DOI: 10.3205/10dgch129, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1298

Published: May 17, 2010

© 2010 Karakas et al.
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Text

Einleitung: NOTES ist eine Weiterentwicklung minimal-invasiver Operationstechniken. An Schweinekadavern und menschlichen Leichen konnten wir einen neuen rein tranoralen Zugangsweg zur Schilddrüsenloge etablieren. Unser Ziel war es nun in Überlebensversuchen am Schwein Risiken, wie eine mögliche Kontamination des Operationsgebietes durch Keime der Mundflora zu untersuchen.

Material und Methoden: Wir führten transorale Schilddrüsenresektionen an 10 intubierten Schweinen über einen rein sublingualen Zugang durch. Die Operation erfolgte mit laparoskopischen Instrumenten, die über ein starres Oraloscop eingebracht wurden. Vor und nach Resektion erfolgte die Identifikation des Nervus recurrens (NLR) sowie die Dokumentation seiner Unversehrtheit mittels Neuromonitoring. Der Verschluss der Mundbodenschleimhaut erfolgte mittels Mucosanaht. Nach 14 Tagen führten wir die Obduktion der Tiere sowie laborchemische und mikrobiologische Untersuchungen durch.

Ergebnisse: Bei allen 10 Schweinen erfolgte eine komplikationslose Hemithyreoidektomie rechts über den transoralen Zugangsweg. Der NLR wurde bei allen Operationen sicher identifiziert und war nach Resektion intakt. Vitalparameter, Verhalten, Körpertemperatur sowie Nahrungs- und Gewichtszunahme der Schweine waren im 14tägigen postoperativen Verlauf regelrecht. Die Entzündungsparameter blieben unauffällig. Die Obduktion zeigte einen unauffälligen Befund sowie eine regelrechte Vernarbung des Zugangsweges. Lediglich ein Schwein wies Bissverletzungen am Zungenrand rechts auf. Die Mundbodenschleimhaut war in einem Fall etwas Firbrin belegt, der Mundboden jedoch ohne Dehiszenz. Mikrobiologische Untersuchungen des Operationsgebietes waren unauffällig.

Schlussfolgerung: Schilddrüsen- sowie Nebenschilddrüsenresektionen über einen transoralen Zugangsweg stellen eine vielversprechende chirurgische Alternative dar. Wir konnten in Überlebensversuchen am Schwein nachweisen, dass die neue Technik komplikationslos und ohne Kontamination des Operationsgebietes durch Keime der Mundflora durchführbar ist. Die erste transorale Parathyreoidektomie bei primärem Hyperparathyreoidismus steht nach nun vorliegendem positivem Ethikkommissionsvotum und abgeschlossener Patientenversicherung unmittelbar bevor.