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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Analyse zum Chirurgischen Vorgehen und Überleben von 65 Patienten mit malignen peripheren Nervenscheidentumoren (MPNST) der Extremitäten

Meeting Abstract

  • Stefan Langer - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bochum, Deutschland
  • Ole Goertz - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Bochum, Deutschland
  • Daniela Uthoff - Klinik für Plastische Chirurgie, BG Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
  • Andrej Ring - Universitätklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bochum, Deutschland
  • Hans-Ulrich Steinau - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Brandverletzungen, Bochum, Deutschland
  • P.M. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch106

DOI: 10.3205/10dgch106, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1064

Published: May 17, 2010

© 2010 Langer et al.
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Einleitung: MPNST sind selten. Meist handelt es sich um T2 und hochmaligne Tumore. Besonders betroffen ist der Nervus ischiadicus. Insgesamt zeigt diese Tumorentität eine hohe Metastasierungsrate, sowie eine hohe Rezidivwahrscheinlichkeit und schlechte Prognose.

Material und Methoden: Die Akten von 65 Patienten mit histologisch gesichertem MPNST aus dem Zeitraum von 1991–2004 wurden analysiert.

Ergebnisse: Das Gesamtpatientenkollektiv bestand aus 65 Patienten mit MPNST: 32 m und 33 w, (54 Jahren, MW 52). Mit 77% befand sich die Mehrzahl der beobachteten Tumore an den Extremitäten, hier besonders an der unteren Extremität (45%). Mit 74% überwogen große Tumore (>5 cm), in 9% fanden sich bei Diagnose Lymphknotenmetastasen, in 28% eine Fernmetastasierung. 81% der Tumore waren mäßig- bis undifferenziert. Die primäre operative Therapie wurde zu 54% an einer Universitätsklinik, zu 34% am Bergmannsheil durchgeführt. Hier erfolgte in 60% eine einfache Tumorresektion, in 22% zusätzlich eine funktionelle Plastik. Eine Amputation musste in 11% vollzogen werden. 34% der Patienten blieben im Beobachtungszeitraum tumorfrei, bei 54% traten ein oder mehrere Rezidive auf. Allerdings waren 52% der Patienten primär auswärtig therapiert worden. Lediglich für die An- oder Abwesenheit von Metastasen bei Diagnose ließ sich eine statistisch signifikante Einflussnahme auf das Überleben darstellen. Nicht signifikant für das Gesamtüberleben waren Tumorgröße und Tumordifferenzierung.

Schlussfolgerung: Es erweist sich als wichtig, Patienten mit einer so seltenen Tumorerkrankung wie dem malignen peripheren Nervenscheidentumor primär bereits in Zentren zu behandeln. Dieses lässt sich besonders anhand der Rezidivwahrscheinlichkeiten sehen. Nur in geübter Hand ergeben sich so zufrieden stellende Operationsresultate mit guten Gesamtüberlebensraten.