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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Einfluss von SFRP1 auf Pankreas-Zellen

Meeting Abstract

  • Diana Wehrum - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Arndt Hartmann - Universitätsklinikum Erlangen, Pathologisches Institut, Erlangen, Deutschland
  • Robert Stoehr - Universität Erlangen-Nürnberg, Pathologisches Institut, Erlangen, Deutschland
  • Robert Grützmann - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Christian Pilarsky - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans-Detlev Saeger - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch091

DOI: 10.3205/10dgch091, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0919

Published: May 17, 2010

© 2010 Wehrum et al.
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Einleitung: Secreted Frizzled-related-protein 1 (SFRP1) hat als Inhibitor des Wnt-Signalweges Funktionen in der Embryonalentwicklung sowie Wnt-unabhängigen Einfluss auf das Auswachsen von Neuronen. Es ist häufig in Tumoren durch Promotermethylierung herunterreguliert. Somit stellt sich die Frage, ob SFRP1 auch Einfluss auf die Metastasierung von Tumorzellen im duktalen Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) haben könnte.

Material und Methoden: Für diese Studie wurden immunhistochemische Färbungen von Tissue-Microarrays (TMAs) mit Pankreasgewebe von 60 PDAC-Patienten sowie 29 chronische Pankreatitis-Patienten durchgeführt und die Expression von SFRP1 semiquantitativ bestimmt. Für funktionelle in-vitro Untersuchungen erfolgte die Durchführung von Wound-healing-assays (WHAs) mit stabil SFRP1-transfizierten humanen, stromalen Pankreasfibroblasten.

Ergebnisse: Die TMA-Färbungen zeigten eine generelle SFRP1-Herunterregulierung im Tumorgewebe, im Vergleich zum umgebenden Stromagewebe. Nicht tumoröses Gewebe der chronischen Pankreatitis wies hingegen SFRP1-Genexpression im Gangepithel sowie im Stroma auf. Dieses Ergebnis bestätigt unsere differentielle Genexpressionsanalyse. Dabei ist die SFRP1-Expression im normalen Gangepithel von vornherein schwächer (mittlere positive Zellzahl (m.p.Z.): 47,7%; mittlere Färbeintensität (m.F.): 1,5), als im normalen Stroma (79,6% und 2). Beim Vergleich der Stromata ist die Färbung von SFRP1 im Tumorstroma mit 30% m.p.Z. und einer m.F. von 1 ebenfalls deutlich schwächer ausgeprägt, als im Stroma des normalen Gewebes. Im WHA zeigte sich, dass der verletzte Zellrasen nach 24h bei SFRP1-sekretierenden Pankreasstromazellen weniger stark geschlossen ist (35%) als bei leertransfizierten Zellen (50,7%).

Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass SFRP1 einen hemmenden Einfluss auf die ungerichtete Migration von Pankreaszellen hat. Eine Herunterregulierung von SFRP1 im PDAC-Tumorgewebe könnte so eine vermehrte Migration von Tumorzellen durch das Stroma in die Umgebung und damit Metastasierung fördern.