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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Neukonzeption der abdominoperinealen Rektumexstirpation in Trendelenburg-Lagerung – Optimierung der lokalen Tumorkontrolle

Meeting Abstract

  • Joachim Strassburg - Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Marko Meyer - Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Darren Gold - The North Hampshire Hospital, Colorectal Research Unit, Basingstoke, Großbritannien
  • Richard J. Heald - The North Hampshire Hospital, Colorectal Research Unit, Basingstoke, Großbritannien

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch050

DOI: 10.3205/10dgch050, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0504

Published: May 17, 2010

© 2010 Strassburg et al.
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Einleitung: Die abdominoperineale Rektumexstirpation bei Tumoren des unteren Rektumdrittels ist eine technisch anspruchsvolle Operation. Problematisch bei Tumoren des unteren Rektumdrittels ist die hohe Rate positiver zirkumferentieller Resektionsränder gefolgt von erhöhter Lokalrezidivrate und schlechterer Gesamtprognose (MARR et al. 2005) Gemeinsam mit Kollegen aus Basingstoke/UK entwickelten wir eine Methode, mit der ein verbessertes Operationsergebnis in Hinsicht auf lokale Tumorkontrolle angestrebt wird.

Material und Methoden: Mittels Trendelenburg-Lagerung und maximaler Hüftflexion wird das Perineum horizontalisiert. Mit Hilfe weiterer technischer und apparativer Maßnahmen kann die operative Übersicht weiter gesteigert werden, sodass die Dissektion der Levatormuskulatur und die retrograde Präparation der Rektumvorderwand vom inneren Genitale mit ausreichendem Sicherheitsabstand zum Tumor erfolgen kann. Der Defekt in der Levatorenmanschette muss gesondert versorgt werden.

Ergebnisse: Seit 2004 wurden in unserer Klinik 18 Patienten einer APR nach der optimierten OP-Technik mit kurativem Ansatz unterzogen. Je 1 Patient hatte yT0, yTis oder yT1, 5 Patienten hatten ypT2, 2 Patienten pT2. 5 Patienten hatten ypT3, 2 hatten pT3, 1 Patient wurde im Stadium pT4 behandelt. 17 Patienten wurden lokal R0 reseziert, einer R1 (Nachresektat tumorfrei). Eine Tumorperforation wurde nicht verursacht, der CRM war positiv bei 2 Patienten. Bei 7 Patienten trat eine lokale Wundkomplikation auf.

Schlussfolgerung: Die optimierte Technik der APR hat bei dem von uns behandelten Patientenkollektiv ein geringes Risiko der intraoperativen Tumorperforation sowie eine sichere lokale Tumorkontrolle gezeigt. Gründe hierfür sind zum einen in der Lagerung zu finden, sie bietet dem Operateur eine gute Übersicht sowie eine optimale Ausleuchtung des Situs. Zudem ist durch die operative Vorgehensweise eine ausreichende Radikalität gewährleistet. Problematisch ist noch die hohe Rate an Wundkomplikationen zu sehen.