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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Altersmodifzierte Immunantwort nach Organtransplantation

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Denecke - Klinik für Allgemein -, Viszeral - und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • D. Bedi - Division of Transplant Surgery, Transplant Surgery Research Lab, Brigham and Women’s Hospital, HMS, Boston, USA
  • I. Kim - Division of Transplant Surgery, Transplant Surgery Research Lab, Brigham and Women’s Hospital, HMS, Boston, USA
  • X. Ge - Division of Transplant Surgery, Transplant Surgery Research Lab, Brigham and Women’s Hospital, HMS, Boston, USA
  • A. Jurisch - Division of Transplant Surgery, Transplant Surgery Research Lab, Brigham and Women’s Hospital, HMS, Boston, USA
  • A. Pascher - Klinik für Allgemein -, Viszeral - und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • J. Pratschke - Klinik für Allgemein -, Viszeral - und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • P. Neuhaus - Klinik für Allgemein -, Viszeral - und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • S.G. Tullius - Division of Transplant Surgery, Transplant Surgery Research Lab, Brigham and Women’s Hospital, HMS, Boston, USA

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch10849

DOI: 10.3205/09dgch290, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch2900

Published: April 23, 2009

© 2009 Denecke et al.
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Text

Einleitung: Alte Transplantatempfänger repräsentieren die am stärksten wachsende Patientengruppe auf der Warteliste. Eine altersabhängige Immunantwort könnte eine wichtige Determinante einer altersabhängigen Immunsuppression darstellen. Wir haben die altersabhängige Effektor und regulatorische T-Zellantwort in einem experimentellen Modell untersucht.

Material und Methoden: Effektor T-Zellphänotyp, -funktion, und regulatorische T-Zellfunktion wurden in naiven 3 und 18 Monate alten Mäusen sowie in Wildtyp (WT)Transplantatempfängern analysiert. Um den Pool der präformierten alloreaktiven T-Zellen in jungen und alten Empfängern zu untersuchen, wurden in einem adoptiven Zelltransfermodell (AT) T-zelldefiziente B6 Nacktmäuse mit mit jungen oder alten transgenen alloantigen-spezifischen CD4+ T-Zellen rekonstituiert. Anschliessend wurde die Abstossungsreaktion nach Hauttransplantation untersucht.

Ergebnisse: Im ersten Schritt wurden Proliferation und Zytokinsekretion von alten CD4+T-Zellen in naiven Mäusen und nach Transplantation untersucht. Während alte naive B6 Mäuse mehr Effektor/Memory T-Zellen aufwiesen (CD4+CD44highCD62Llow, p < 0,005), waren in vitro Proliferation in der und IFNγ-Produktion in ELISPOT Analysen signifikant (p < 0,001) reduziert. Ebenso zeigten alte WT-Empfänger eine veränderte Immunantwort nach Hauttransplantation. Eine beeinträchtigte Proliferation (MLR:p < 0,01) und IFNγ-Produktion (ELISPOT;p < 0,001) war mit einem verlängerten Transplantatueberleben assoziiert (11d vs.13d) Alte Empfänger wiesen jedoch einen erhöhten Prozentsatz von CD4+T-Zellen auf, die frühe Aktivierungsmarker (CD69+), Zytokine (IFNγ+,IL-2+) und migrationsassoziierte Chemokinrezeptoren (CXCR3+,CCR5+) exprimierten. Während unsere Ergebnisse soweit eine altersabhängige Immunantwort der T-Zell Effektorfunktion dokumentierten, untersuchten wir im nächsten Schritt die regulatorischen Mechanismen. Interessanterweise zeigten alte regulatorischer T-Zellen (CD4+CD25+FoxP3+ ) eine eine gut erhaltene Suppressorfunktion in vitro. Im nächsten Schritt wurden alte alloantigen-spezifische CD4+ T-Zellen in einem transgenen adoptiven Zelltransfermodel untersucht. Hier zeigte sich ebenso eine verlängerte Abstossungszeit (jung vs. alt: 10,1 vs.14,3 d), die gleichzeitig mit einer reduzierten Proliferation und Transplantatinfiltration assoziiert war.

Schlussfolgerung: Eine verminderte Proliferation und Migration alter T-Zellen sowie eine erhaltene regulatorische T-Zellfunktion tragen zu einem veränderten Gleichgewicht zwischen regulatorischer und alloreaktiver Komponente der Immunantwort im Alter bei. Diese geht mit einer verzögerten Transplantatabstossung im Alter einher. Die beobachteten Veränderungen der Immunantwort sind klinisch relevant bezueglich einer altersadaptierten Immunsuppression.