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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Bestehen Unterschiede zwischen ein- und beidseitiger Gynäkomastie? – Ergebnisse in 110 Fällen

Meeting Abstract

  • corresponding author K.H. Busch - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • A. Gohritz - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • F.-M. Leclere - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • K. Knobloch - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P.M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11379

DOI: 10.3205/09dgch240, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch2408

Published: April 23, 2009

© 2009 Busch et al.
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Einleitung: Einleitung: Der Therapie der einseitigen Gynäkomastie wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl diese von Seiten der Patienten häufig mit größerer Furcht vor einem Karzinom als Ursache verbunden ist. Ziel dieser Arbeit war es, die Behandlung der Gynäkomastie anhand einer großen Patientengruppe im Langzeitverlauf zu untersuchen und zu bewerten, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Fälle von einseitiger Gynäkomastie gerichtet werden sollte.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Studie wurden insgesamt 110 Patienten mit Gynäkomastie untersucht. Insgesamt lag bei 20 Patienten eine nur einseitige Brustvergrößerung vor.Alle Krankenakten wurden hinsichtlich der präoperativen und postoperativen Daten ausgewertet, hierbei wurden folgende Parameter untersucht: Alter, Body Mass Index [kg/m2]), Angaben zur möglichen Ätiologie, Symptomatik, Klassifikation, Ergebnisse von klinischen und diagnostischen Untersuchungen, Operationstechniken, Komplikationen.

Ergebnisse: Bei 90 Patienten lag eine beidseitige (82 %), bei 20 eine nur einseitige Gynäkomastie vor. Das Durchschnittsalter der 20 einseitig betroffenen Patienten lag zum Zeitpunkt der Operation bei 29,4 ± 10,5 (Spanne: 18–48) Jahren, das mittlere Alter der beidseitig Betroffenen bei 28,3 ± 11,8 (Spanne: 13–66) Jahren. Der durchschnittliche Body-Mass-Index lag in der bilateralen Gruppe mit 27,2 ± 4,2 durchschnittlich signifikant höher als in der unilateralen Gruppe mit 24,1 ± 2,7 (p < 0,01). Bei keinem der Patienten, mit uni- oder bilateralem Befund, fand sich initial eine Sekretion aus der Brustwarze oder malignomverdächtige Hautveränderungen, z.B. eine sekundär eingezogenen Brustwarze oder eine Orangenhaut.Bei einem Patienten lagen klinische Anzeichen einer Lebererkrankung vor (Hepato-Spleno-Megalie, typische Gefäßnävi am Thorax sowie Veränderungen der Finger), vier Patienten zeigten nach Aufbautraining (Body building) eine extreme Ausprägung bestimmter Muskelpartien. Die endokrinologische Untersuchung vor der Operation war bei 17 von 90 Patienten positiv. Vier der 20 Patienten hatten missbräuchlich Anbolika eingenommen, ein Patient nahm regelmäßig Kokain zu sich. Eine Chromosomen-Untersuchung ergab bei 2 Patienten ein Klinefelter-SyndromBei einem Patienten mit einseitiger Gynäkomastie fand sich ein Neuroendokriner gutartiger Tumor als Ursache und bei einem Patienten fand sich ein okultes Malignom.

Schlussfolgerung: Die operative Therapie der Behandlungsbedürftigen Gynäkomastie stellt mit den modernen Techniken der Aspirationslipektomie und der wenn nötig periareolären Straffung ein für die Patienten schonendes Verfahren mit minimaler Narbenbildung dar. Die angewnanten Verfahren und die postOP Ergebnisse sowie die Ergebnisse der präoperativen Diagnostik unterschieden sich bei ein- und beidseitigen Gynäkomastien nicht. Das Kosmetische Ergebnis ist für die Patienten von übergeordneter Bedeutung, daher wird zunehemnd den narbensparenden Verfahren, wie der alleinigen Fettabsaugung der Vorzug gegeben. Gerade bei einseitigen Erkrankungen, sollte aber auf eine retroareoläre Biopsie nie verzichtet werden.