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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Doppeladenome beim primären Hyperparathyreoidismus – eine eigenständige Entität

Meeting Abstract

  • A. Linderer - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • K. Cupisti - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • S. Geisler - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • corresponding author A. Raffel - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Krausch - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • C.F. Eisenberger - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • H.D. Röher - emeritus, Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • W.T. Knoefel - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11439

DOI: 10.3205/09dgch200, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch2004

Published: April 23, 2009

© 2009 Linderer et al.
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Einleitung: Doppeladenome sind die ungewöhnlichste und umstrittenste Entität beim primären Hyperparathyreoidismus (pHPT). Sie sind neben den Mehrdrüsenerkrankungen, die alle vier Drüsen befallen, hauptverantwortlich für unbefriedigende Resultate nach dem Ersteingriff.

Material und Methoden: Von 04/1986 bis 04/2006 wurden in unserer Klinik 1.341 Patienten mit pHPT operiert (342 Männer, 999 Frauen, Alter: Median 61 Jahre, Spanne 11–91 Jahre). Die Daten dieser Patienten wurden prospektiv erfasst.

Ergebnisse: 1.109 Patienten (83%) hatten ein solitäres Adenom, 94 Patienten (7%) ein Doppeladenom, 44 Patienten (3%) wiesen eine primäre Hyperplasie auf, 57 Patienten (4%) hatten ein MEN Syndrom, 11 Patienten (1%) ein Karzinom und bei 26 Patienten konnte die Erkrankung nicht lokalisiert werden. Die Patienten mit Doppeladenom hatten folgende Charakteristika: 26 Männer und 68 Frauen, Alterspanne von 18–91 Jahren, Altersmedian 62 Jahre. Diese Parameter zeigen keinen signifikanten Unterschied im Vergleich zu den anderen pHPT-Entitäten. Auch ergaben sich in Bezug auf die klinische Symptomatik oder die präoperativen Kalziumwerte keine signifikanten Unterschiede zwischen Patienten mit Doppeladenom oder solitärem Adenom. Bei 94 Patienten mit Doppeladenomen wurden insgesamt 121 Eingriffe an der Nebenschilddrüse durchgeführt, d.h. bei 27 Patienten lagen eine Persistenz (17 Patienten) oder ein Rezidiv (10 Patienten) der Erkrankung nach Ersteingriff vor. Dementsprechend waren 84 Doppeladenome synchron und 10 metachron aktiv. Es wird ein Follow up der Doppeladenompatienten präsentiert.

Schlussfolgerung: Doppeladenome sind ein seltene aber bedeutsame Entität, die im eigenen Krankengut zu 7% beim pHPT gefunden wird.Bei den 94 Patienten mit Doppeladenomen wurde in 27 Fällen, d.h. bei 29% der Erkrankten, mehr als eine Operation an den Nebenschilddrüsen durchgeführt. Bei Patienten mit solitärem Adenom war hingegen in nur 6% nach dem Ersteingriff ein unbefriedigendes Resultat zu verzeichnen und eine erneute Operation indiziert. Die Mehrzahl der Fälle der Doppeladenome, entsprechend 89% im eigenen Krankengut, liegt als synchrone Erkrankung vor.