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28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2010)

13.01. bis 16.01.2010, Schladming, Österreich

Einfluss extrakorporaler Stosswellen auf in vitro Keratinozyten Zellkulturen

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Ottomann - Unfallkrankenhaus Berlin, Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, Berlin, Deutschland
  • Sandra Münch - Unfallkrankenhaus Berlin, Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, Berlin, Deutschland
  • Claudia Belfekroun - Unfallkrankenhaus Berlin, Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, Berlin, Deutschland
  • Marc Smith - Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG), Berlin, Deutschland
  • Beate Petschke - Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG), Berlin, Deutschland
  • Bernd Hartmann - Unfallkrankenhaus Berlin, Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, Berlin, Deutschland

DAV 2010. 28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Schladming, Österreich, 13.-16.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dav08

DOI: 10.3205/10dav08, URN: urn:nbn:de:0183-10dav085

Published: June 30, 2010

© 2010 Ottomann et al.
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Einführung: Es existieren verschiedene Methoden zur Beeinflussung von Zellkulturen durch extrakorporale Stosswellen (ESW). Zugrundelegend auf die Ergebnisse der Kollegen Hohlfeld et al. aus Wien, die mit Kardiozyten experimentierten, wurde erstmalig eine in vitro Studie durchgeführt, um den Effekt der ESW auf in vitro Keratinozyten zu untersuchen.

Material und Methoden: Primäre Zellkulturen wurden aus humanen Biopsien gewonnen. Daraus wurden Subkulturen angelegt, die bis zur Subklutur zwei kultiviert wurden. Die Keratinozyten wurden in modifiziertem serumhaltigem Medium (DMEM) kultiviert. Die Keratinozyten wurde nach 72h Subkultivierung mit der ESW beschossen. Die Stosswellenapplikation erfolgte in einem thermostatisch kontrolliertem Wasserbad. Es wurden unterschiedliche Vesuchsreihen mit unterschiedlichen Abständen, Energiefrequenzen und Impulsraten durchgeführt. Die Zellzählung erfolgte in der Neubauer Zählkammer, als Zellvitalitätsmarker wurde die LDH Konzentration und der LDH Überstand über 15 Min, 4h, 72h, 120h, 168h gemessen; Glucoseverbrauch und Lactatbildung nach 72h, 120h, 168h. Mikroskopische Kontrolle zur Morphologiebestimmung erfolgte nach 72, 120, 168h. Alle Versuchsgruppen wurden im Dreifachansatz, die Kontrollgruppe im Vierfachansatz, aus denen jeweils der Mittelwert gebildet wurde, durchgeführt.

Ergebnisse: 7 cm Abstand: Kein signifikantes Ergebnis bei den unterschiedlichen Frequenz- und Impulsraten bezüglich Zellzahl und Zellvitalitätsmarker gegenüber der Kontrollgruppe ersichtlich.

6 cm Abstand: Es zeigte sich ein minimale höhere Zellzahl in der Passage 2 bei 25 Impulsen und einer Frequenz von 3 Hz, äquivalent zeigte sich bei diesen Stosswellenparametern eine geringere Zytotoxizät. Entsprechend zeigten Glucose- und Lactatverbrauch höhere Werte als Zeichen der erhöhten Zellvitalität.

5 cm Abstand: Es zeigten sich signifikant höhere Zellzahlen bei 100 Impulsen und einer Frequenz von 1 Hz//100 Impulsen. LDH bzw. G lucose/Lactatverbrauch waren äquivalent verändert. Bezüglich der Zellmorphologie zeigte sich eine Art wellenförmiger Anordnung der Keratinozyten in dem Zellrasen der Subkulter nach 72h. Die Morphologie der einzelnen Zellen im Verband zeigte keine morphologisch sichtbare Veränderung.

Schlussfolgerung: Durch die Applikation extrakorporaler Stosswellen lässt sich bei einem definiertem Abstand in der Versuchswanne, bestimmten Impulsraten und Energiefrequenzen die Keratinozytenanzahl und Zellvitalität in der Zellkultur beeinflussen.