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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Tödliche Pilzinfektion bei Starkstromverletzten – zwei Fallbeispiele

Meeting Abstract

  • G. Klausner - Klinik für plastische, rekonstruktive, Hand- und Verbrennungschirurgie Krankenhaus Bogenhausen/Klinikum München GmbH
  • M. Mayr-Brune - Klinik für plastische, rekonstruktive, Hand- und Verbrennungschirurgie Krankenhaus Bogenhausen/Klinikum München GmbH
  • M. Ninkovic - Klinik für plastische, rekonstruktive, Hand- und Verbrennungschirurgie Krankenhaus Bogenhausen/Klinikum München GmbH

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav58

DOI: 10.3205/09dav58, URN: urn:nbn:de:0183-09dav580

Published: March 19, 2009

© 2009 Klausner et al.
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Einleitung: Bei den häufig sehr schweren und komplexen Verletzungen der Opfer von Stromunfällen gehört eine Sepsis durch Pilze zu den gefürchtetsten intensivmedizinischen Komplikationen. Neben der häufigeren Candidasepsis können auch andere Pilze einen letalen Krankheitsverlauf verursachen. Die Wundbesiedelung mit einem Schimmelpilz der Gattung Mucoraceae stellt eine besondere medizinische Herausforderung dar, da dieser Pilz durch schnelles infiltratives Wachstum zu Gefäßverschlüssen und schweren Gewebsnekrosen führen kann.

Material und Methode: Dargestellt werden die Krankheitsverläufe von zwei Schwerstverletzten nach Starkstromunfall.

Patient 1 ist 16 Jahre alt, hat Verbrennungen von 46% Körperoberfläche, vor allem an den Beinen. Nach Debridement und Teilamputation eines Fußes kommt es am 15. Tag zu einer Sepsis durch Candida mit letalem Verlauf. Patient 2 ist 48 Jahre alt, hat Verbrennungen von 52% Körperoberfläche, insbesondere im Bereich der rechten Körperhälfte. Aufgrund ausgeprägter Muskelnekrosen wird im Verlauf der rechte Arm amputiert. Am 10. Tag wird im Abstrich des Unterkörpers ein Schimmelpilz der Gattung Mucoraceae festgestellt. Daraufhin erfolgt die Amputation des davon stark betroffenen rechten Beines. Trotz chirurgischer und antimykotischer Therapie zeigt sich ab dem 16. Tag eine Sepsis mit letalem Verlauf.

Ergebnisse: Bei beiden Patienten führte eine schwere Pilzinfektion zum schnellen Tod. Auch der gezielte Einsatz von testgerechten Antimykotika konnte den letalen Verlauf nicht verhindern.

Schlussfolgerung: Im Falle einer Wundbesiedelung mit Mucor ist ein frühes chirurgisches Debridement unerlässlich. Zusätzlich ist zeitnah eine antimykotische Therapie mit Amphotericin B einzuleiten. Möglicherweise könnte die zügige Amputation von stark betroffenen Extremitäten bei Starkstromunfällen einer schweren Pilzinfektion vorbeugen.