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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Die Rolle von mikro-mechanischen Kräften für die molekular- und zellbiologische Wirkungsweise der V.A.C. Therapie

Meeting Abstract

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  • T. Hauser - KCI Europe Holding B.V., Amsterdam

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav27

DOI: 10.3205/09dav27, URN: urn:nbn:de:0183-09dav273

Published: March 19, 2009

© 2009 Hauser.
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Eine kontinuierlich steigende Zahl von klinischen Studien und entsprechenden Publikationen (458 Artikel in Peer-Reviewed-Journals, Stand Oktober 2008) haben zu einem umfassenden Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen der klinischen Anwendbarkeit der V.A.C. Therapie beigetragen. Darüber hinaus gewinnt die Frage nach den Wirkmechanismen des V.A.C. Therapiesystems zunehmend an Bedeutung. Seit der erstmaligen Beschreibung der physiologischen und biochemischen Effekte durch Morykwas, Argenta und Kollegen vor über 10 Jahren haben sich die angewandten theoretischen Modelle und experimentellen Untersuchungsmethoden signifikant weiterentwickelt.

Aktuelle Arbeiten konnten zeigen, dass entscheidende V.A.C. Wirkprozesse durch die Übertragung mikromechanischer Kräfte auf die Zellen des Wundbetts und die Ausbildung von Mikrodeformationen ausgelöst werden.

Im Rahmen einer Literaturanalyse (einschließlich Oktober 2008) wurden die Wirkungsmechanismen zusammengefasst, die durch mikro-mechanische Kräfte verursacht werden.

Mit einem von Orgill, Saxena und Kollegen entwickelten Computermodell konnte die mechanische Dehnung des Wundgewebes durch die V.A.C. Therapie und die Bildung von Mikrodeformationen simuliert werden. Die Existenz von Mikrodeformationen unter dem Einfluss der V.A.C. Therapie wurde auch in vivo nachgewiesen. Die ermittelten Dehnungswerte des Wundgewebes von 5–20% liegen in einem Bereich, der in vitro die Zellteilungsaktivität begünstigt. In weiteren in vivo und in vitro Studien wurden die folgenden, von mikro-mechanischen Kräften abhängigen Wirkungsebenen der V.A.C. Therapie ermittelt: Veränderung der Genexpressionsmuster metabolischer und struktureller Pathways, Stimulierung der Zellteilungsaktivität, Blutgefäßneubildung und gesteigerter Zellmetabolismus.

Diese biologischen Vorgänge spielen eine entscheidende Rolle im Wundheilungsprozess. Zukünftige klinische Studien sind notwendig, um den Einfluss dieser durch mikro-mechanische Kräfte ausgelösten Prozesse auf den V.A.C. Therapieeffekt in verschiedenen Wundtypen zu quantifizieren.