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15. Workshop der gmds-Arbeitsgruppe "Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (CBT)" und des GMA-Ausschusses "Neue Medien"

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Dieter Scheffner Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung, Kompetenzbereich eLearning

06.04. - 08.04.2011, Berlin

E-Learning-Kurs: Lateingrundlagen für die Medizinische Terminologie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Gereon Schäfer - Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, RWTH Aachen University, Aachen, Deutschland
  • author Dominik Groß - Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, RWTH Aachen University, Aachen, Deutschland
  • author Martin Baumann - Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik, RWTH Aachen University, Aachen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Gesellschaft für Medizinische Ausbildung. 15. Workshop der AG Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (AG CBT) und des GMA-Ausschusses "Neue Medien in der Medizinischen Ausbildung". Witten, 07.-08.04.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11cbt12

DOI: 10.3205/11cbt12, URN: urn:nbn:de:0183-11cbt127

Published: April 4, 2011

© 2011 Schäfer et al.
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Fragestellung: Der Kurs „Medizinische Terminologie“ soll Medizinstudierenden Grundlagen der anatomischen Nomenklatur und der klinischen Terminologie vermitteln. Der für den Kurs vorgesehene Zeitrahmen ist für das Erreichen dieses Kursziels bei Studierenden mit Lateinkenntnissen gerade ausreichend. Um die Gruppe der Nichtlateiner (immerhin 50%) adäquat vorzubereiten, sind jedoch weder zusätzliche räumliche noch zeitliche Ressourcen im Curriculum vorgesehen. Zum WS 2010/11 wurde ein E-Learning-Vorkurs etabliert, der die nötigen Lateingrundlagen gezielt vermitteln soll, um für alle vergleichbare Ausgangsvoraussetzungen zu schaffen. Im Vortrag sollen hierzu folgende Fragen beantwortet werden:

(1) Bewertung von Aufbau und Gliederung des E-Learning-Vorkurses?

(2) Bewertung des Zeitrahmens zur Bearbeitung (3–4 Wochen vor dem Hauptkurs)?

(3) Konkreter Nutzen des Vorkurses zur Vorbereitung auf den Hauptkurs?

(4) Nutzung und Bewertung der einzelnen Medien?

(5) Prospektive Nutzung neuer, zu entwickelnder Module?

Methoden:

A) Vorbereitung:

Aus dem Hauptkurs wurden die Lateinlektionen eliminiert und in zwölf kleine Einheiten (Einführung, Deklination der Substantive (7) und der Adjektive (4)) umstrukturiert.

Der komplette Vorkurs wurde als Lehrskript mit Aufgaben zur Lernkontrolle, einem illustrierten Vokabular sowie Übungsaufgaben zu Grammatik und Vokabular verfasst (PDF).

Zu jeder Lektion wurde ein Vorlesungsdrehbuch mit Power-Point-Folien erstellt. Im Audiovisuellen Medienzentrum des UK-Aachen wurden die Lektionen gefilmt und in verschiedene Formate (Flash, mp4, Presenter) umgesetzt.

Hinzu kam ein freiwilliger anonymer Online-Test zur Selbsteinschätzung der Lateinkenntnisse und zur Lernkontrolle.

B) Implementierung:

Mit Semesterbeginn wurden der Kurs und ein dozentenbetreutes Diskussionsforum auf der Lehr- und Lernplattform online geschaltet und den Studierenden in einer Einführungsveranstaltung sowie per E-Mail vorgestellt.

C) Evaluation :

Die Evaluation erfolgt(e) online und anonym. Da sie noch nicht abgeschlossen ist, ist die folgende Auswertung noch vorläufig.

Ergebnisse: Von den vorliegenden 105 Rückmeldungen wurden für die Beantwortung der hier verfolgten Fragestellung nur die Antworten der TeilnehmerInnen am Vorkurs (n=82) berücksichtigt:

ad (1) (n=80) 91% bewerteten Aufbau und Gliederung als klar strukturiert.

ad (2) (n=80) Das zeitliche Konzept stieß bei 79% auf positive Resonanz, 17% wünschten sich eine Woche mehr Zeit.

ad (3) (n=77) Der Nutzen des Vorkurses (1: gering, 4: hoch) wurde durchweg als hoch bewertet (Durchschnitt: 3,4).

ad (4) (n=82, Mehrfachantworten möglich) Nutzung: PDF-Skript (94%), PPT (23%), Flash-Video (22%), Podcast (16%) Presenter (erst zu Beginn des Hauptkurses fertig: 5%). Bewertung (1: schlecht, 4: gut): PDF (3,8), alle anderen um 3,5.

ad (5) (n=79) Prospektive Nutzung neuer Module (1: auf keinen Fall, 4 auf jeden Fall): Interaktive Übungen für PC / Notebook (3,5), als App (2,0). MP3-Audio-Vokabeltrainer (2,7).

Schlussfolgerung: Der E-Learning-Vorkurs wurde durchweg positiv angenommen und bewertet.

Obwohl die elektronischen Medien zwar genutzt und positiv bewertet werden, konnten sie jedoch die „klassische“ Papiervariante nicht ersetzen. Dies und die zurückhaltende prospektive Bewertung zukünftiger mobiler Anwendungen scheinen Hinweise darauf zu geben, dass das Lernen überwiegend an einem festen Arbeitsplatz erfolgt. Ob die mobile Technologie in Zukunft hier Veränderungen generiereren wird, bedarf weiterer Untersuchungen.