gms | German Medical Science

Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (ADANO)

29.09. - 30.09.2011, Regensburg

Einsatz und Bedeutung der FAEP im Rahmen des follow up's

Meeting Abstract

Search Medline for

  • author Martin Walger - Audiologie und Pädaudiologie & Cochlear Implant Centrum Köln, HNO Universitätsklinik Köln, 50924 Köln

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011. Regensburg, 29.-30.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11adano29

DOI: 10.3205/11adano29, URN: urn:nbn:de:0183-11adano298

Published: September 21, 2011

© 2011 Walger.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Im Rahmen des follow up hat die Registrierung der Click-evozierten frühen akustisch evozierten Potentiale (FAEP) für die objektive Erregungsschwellenbestimmung sowie die topographische Eingrenzung pathologischer Prozesse die größte Bedeutung. Neben der Differenzierung von Schalleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeiten durch Auswertung der Potenzialparameter (Latenzen, Interpeaklatenzen) ist die Registrierung der FAEP in Verbindung mit Messungen der otoakustischen Emissionen das wichtigste Instrument zur klinischen Diagnostik der auditorischen Synaptopathie/Neuropathie (AS/AN) sowie bei der Beurteilung des funktionellen Reifungszustandes der Hörbahn auf Hirnstammebene. Die frequenzspezifische objektive Erregungsschwellenbestimmung ist insbesondere im Hinblick auf eine optimale Versorgung und Anpassung von Hörhilfen bei Säuglingen von grosser Bedeutung, dessen Einleitung innerhalb der ersten 3 Lebensmonate durch den GBA Beschluss gefordert wird. Bestehende Verfahren, wie z.B. die Verwendung von Ton-Pips, gefilterten Clicks, Maskierungsverfahren (forward masking, notched-noise BERA) etc. sind meist sehr zeitaufwändig und die ermittelten Reizantwortschwellen weisen insbesondere im tieffrequenten Bereich z.T. erhebliche Diskrepanzen zu den subjektiv ermittelten Reflex- und Verhaltensschwellen auf, die im Einzelfall mehr als 60 dB betragen können. Dies gilt auch für die derzeit zunehmend klinisch eingesetzte ASSR-Technik mit multifrequenter Stimulation im Bereich von 500 Hz, 1, 2 und 4 kHz. Ein vielversprechender Ansatz zur Verbesserung der Nachweisbarkeit von Reizantworten der FAEP ist die Verwendung bandbegrenzter chirps, die mit verbesserter zeitlicher Synchronizität die akustische Energie in frequenzspezifisch gut definierte Bereiche der Cochlea einbringen können. Dazu stehen mittlerweile „low-chirps“ (Energiemaximum bei 500 Hz) „middle-chirps“ (Energiemaximum bei 2000 Hz) sowie „high chirps“ (Energiemaximum bei 4 kHz) zur Verfügung, die derzeit in klinischen Studien im Hinblick auf ihren effektiven zeitoptimierten Einsatzes auch im Rahmen des follow up´s geprüft werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass eine Nachweisbarkeit bis zur subjektiven Hörschwelle von 0 dB HL unter Einhaltung guter Messbedingungen (Spontanschlaf, Sedierung, Narkose) möglich ist.