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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Besondere Komplikation bei otogener Manifestation des M. Wegener und beidseitiger CI-Implantation

Poster Otologie

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  • corresponding author Karl-Philipp Kienle - Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Würzburg
  • Robert Mlynski - Universitätsklinik für HNO-Krankheiten, Würzburg
  • Rudolf Hagen - Universitätsklinik für HNO-Krankheiten, Würzburg

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2014;10:Doc125

doi: 10.3205/cpo000887, urn:nbn:de:0183-cpo0008875

Published: May 19, 2014

© 2014 Kienle et al.
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Zusammenfassung

Der Morbus Wegener als Erkrankung des Gefäßsystems stellt die behandelnden Ärzte vor interdisziplinäre Herausforderungen. In der HNO-Heilkunde ist, nach der nasalen Morbidität, die otogene Mitbeteiligung am zweit häufigsten. Ein Hörverlust wird im Verlauf der Erkrankung in 42% der Fälle beschrieben.

Vorgestellt wird der Fall eines 68-jährigen männlichen Patienten mit beidseitiger otogener Manifestation eines M. Wegener.

Seit der Erstdiagnose des M. Wegeners 1990 bestand beidseitig eine progrediente Innenohrschwerhörigkeit mit Surditas links 2011. Das rechte Ohr ertaubte im selben Jahr im Verlauf einer subtotalen Petrosektomie bei chronischer Mastoiditis. Im postoperativen Verlauf kam es zu einer revisionspflichtigen Wundheilungsstörung.

Der Patient stellte sich mit Surditas beidseits und rechtsseitiger Mastoidfistel zur Therapieübernahme vor. Zunächst erfolgte die CI-Implantation links. Bei komplikationslosem Verlauf bestand 6 Monate postoperativ ein zufriedenstellendes Sprachverstehen. Es erfolgte daraufhin die Revisionsoperation des rechten Ohres mit gleichzeitiger CI-Implantation. Eine postoperative Nachblutung und Hämatombildung erforderte die Ligatur der A. temporalis. Im Verlauf von 2 Monaten kam es zu einer Lappennekrose über dem Implantat und einem Rezidiv der Mastoidfistel rechts.

Um einen irreversiblen Implantatverlust und das Risiko einer Implantierunfähigkeit des rechten Ohres zu vermeiden wurde eine 6 wöchige VAC-Therapie bei liegendem CI durchgeführt. Nach kontinuierlicher Verkleinerung der Wundfläche und Revaskularisation erfolgte die Defektdeckung mit einem gestielten Galea-Periost- und Hautbindegewebslappen.

In diesem besonders komplikationsbehaftetem Fall einer otogenen Manifestation eines M. Wegeners war eine VAC Therapie über dem Schläfenbein bei liegendem Cochleaimplantat erfolgreich.

Der Erstautor gibt keinen Interessenkonflikt an.