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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Simultane aber nicht sequentielle bilaterale Läsion des auditorischen Cortex unterbindet das Diskriminationslernen schneller Amplitudenmodulationen in Mongolischen Wüstenrennmäusen

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  • corresponding author Manfred Depner - HNO-Klinik Erlangen/Exp. HNO-Heilkunde, Erlangen
  • Holger Schulze - HNO-Klinik Erlangen/Exp. HNO-Heilkunde, Erlangen

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2012;8:Doc38

DOI: 10.3205/cpo000691, URN: urn:nbn:de:0183-cpo0006916

Published: April 19, 2012

© 2012 Depner et al.
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Zusammenfassung

Schnelle periodische Amplitudenmodulationen (AM) sind ein charakteristisches Merkmal der menschlichen Sprache. In einer früheren Studie (Deutscher et al., Neuroreport 17, 2006) haben wir gezeigt, dass bilaterale Ablation des auditorischen Cortex (AC) die Fähigkeit von Gerbils zwischen AM mit unterschiedlichen Modulationsfrequenzen (fm) unterscheiden zu lernen, unterbindet. Hier zeigen wir, dass das nicht der Fall ist, wenn die Ablationen der ACs beider Hemisphären sequentiell anstatt simultan durchgeführt werden.

Das Lernverhalten und die Unterscheidungsfähigkeit wurden mittels eines aversiven Shuttle-Box go/no go Paradigmas untersucht. Einem 15-tägigen Training zum Erlernen der Unterscheidung zweier AM-Töne (Trägerfrequenz jeweils 2 KHz; fm 160 Hz vs. 320 Hz) folgten entweder in links-rechts oder rechts-links Reihenfolge Ablationen des AC beider Hemisphären. Jeder kortikalen Ablation folgten weitere 15 Tage Training. Die Kontrolltiere erhielten Schein-Läsionen.

Im Unterschied zu simultaner bilateraler Ablation des kompletten AC (cf. Deutscher et al., Neuroreport 17, 2006), führte sequentielle bilaterale Ablation nicht zu einer vergleichbaren schwerwiegenden Störung der bereits erlernten Diskriminationsfähigkeit. Dieses Ergebnis ist unabhängig von der Hemisphären-Abfolge der Ablation.

Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein AC ausreichend für die Aufrechterhaltung der erlernten Diskriminierungsfähigkeit von schnellen AMs ist und die darauffolgende Ablation des zweiten AC auf einen subkortikalen Reorganisationsprozeß schließen lässt, der von der Ablation der ersten Hemisphäre initiiert wird und einen intakten AC benötigt, um die Fähigkeit, schnelle AM zu diskriminieren, auch nach der Läsion des zweiten AC zu gewährleisten.