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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Proteomanalyse zur Beeinflussung der Wundheilung respiratorischer Epithelzellen durch Roxithromycin

Poster

  • corresponding author Achim Georg Beule - Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Greifswald
  • Kathrin Scholten - Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Greifswald
  • Werner Hosemann - Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Greifswald
  • Christian Scharf - Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Greifswald

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2011;7:Doc55

DOI: 10.3205/cpo000644, URN: urn:nbn:de:0183-cpo0006448

Published: April 14, 2011

© 2011 Beule et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Makrolide sind in den letzen Jahren zur Behandlung der chronischen Sinusitis etabliert worden. Zur Auswirkung in der postoperativen Phase liegen derzeit keine Erfahrungsberichte vor. Im Tiermodell werden Makrolide aktiv in die Atemwege sezerniert und dort von Makrophagen aufgenommen. Ziel dieser Untersuchung war es, an der Wundheilung beteiligte Proteine zu identifizieren und mit der makroskopischen Auswirkung von Roxithromycin in verschiedenen Dosierungen zu korrelieren.

Material und Methoden: Respiratorische S9-Epithelzellen in einem standradisierten Wundmodell verwendet. Dem Medium wurde mit Ausnahme einer Kontrolle Roxithromycin in verschiedenen Dosierungen (10–160 mg/ml) zugesetzt. Wundfläche und Proteinexpression wurden nach 24, 48, 72, 96 und 120 h untersucht. Dazu wurden extrahierte Proteingemische mittels 2D-PAGE aufgetrennt, per Bildanalyse verglichen und statistisch analysiert. Veränderte Proteine wurden mittels Massenspektometrie (MALDI-MS) identifiziert und biochemischen Regulationskaskaden zugeordnet.

Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrollgruppe beschleunigte Roxithromycin in Konzentrationen von 10–40 mg/ml die Wundheilung, während Konzentrationen von 80 und 160 mg/ml zu einer Hemmung der Wundheilung führten. Dieser Effekt war über die ganze Beobachtungsdauer und im Ausmaß zunehmend nachweisbar. Identifizierte Proteine umfassten neben Zellwachstumsproteinen auch Strukturproteine. Neben Proteinen aus dem Regelkreis der Apoptose wurden auch inflammatorische Proteine in Ihrer Expression (z. T. gegenläufig) verändert.

Schlussfolgerung: Eine niedrig dosierte Zugabe von Roxithromycin kann die Wundheilung respiratorischer Epithelzellen beschleunigen. Dieser Effekt kann in-vitro über 5 Tage nachhaltig nachgewiesen werden. Bei Überdosierung besteht die Gefahr einer Hemmung der Wundheilung. Bei der topischen Anwendung in-vivo ist daher eine Dosisfindungsstudie notwendig.