gms | German Medical Science

GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Vakuumtherapie bei ausgedehnter pharyngokutaner Fistel nach Laryngektomie

Poster Onkologie

Search Medline for

  • corresponding author Maximilian Reiter - Klinikum Großhadern, München
  • Oliver Reichel - Klinikum Großhadern, München

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2011;7:Doc26

doi: 10.3205/cpo000615, urn:nbn:de:0183-cpo0006155

Published: April 14, 2011

© 2011 Reiter et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Zusammenfassung

Einleitung: Seit Mitte der 1990er Jahre wird „Vacuum assisted closure“ (VAC) zur Förderung der Wundheilung bei Wundheilungsstörungen eingesetzt. In der Kopf-Hals-Chirurgie fand dieses System allerdings bisher nur wenig Beachtung.

Methoden: Ein 54-jähriger Patient stellte sich im November 2009 mit progredienter Dysphagie und einer Raumforderung links cervikal in unserer Klinik vor. Im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie, sowie Staginguntersuchungen wurde ein cT3 cN2a cM0 G3 Hypopharynxkarzinom links gesichert. In der Vorgeschichte des Patienten wurde im Jahre 2007 bei chronisch myeloischer Leukämie eine allogene Knochenmarkstransplantation durchgeführt, woraufhin der Patient eine chronische Graft-versus-Host-Disease (GvHD) entwickelte. Nach Evaluation im interdisziplinären Tumorboard wurde bei dem Patienten die Laryngektomie und Neck dissection beidseits durchgeführt, eine kurative Radiotherapie war aufgrund des Allgemeinzustandes nicht möglich. Postoperativ kam es zu einem neuerlichen Schub der GvHD und damit verbunden zu einer ausgedehnten Wundheilungsstörung mit Ausbildung einer pharyngokutanen Fistel. Von einer Deckung mit freiem oder gestieltem Lappen wurde aufgrund zu befürchtender weiterer Wundheilungsstörungen abgesehen. Wir entschieden uns bei dem Patienten zur Durchführung einer VAC-Therapie.

Ergebnisse: Bereits nach 6 Tagen VAC-Therapie konnte die intravenöse Antibiose komplett abgesetzt werden. Nach 13 Tagen zeigte sich kein Anhalt für persistierende Fistel mehr, so dass mit oralem Kostaufbau begonnen werden konnte. Im Verlauf kam es zu keiner rezidivierenden Fistelbildung, die Wundverhältnisse blieben stets reizlos.

Diskussion: In Einzelfällen bietet die VAC-Therapie unter geeigneten Voraussetzungen eine interessante Alternative zur chirurgischen Defektdeckung bei Patienten mit Wundheilungsstörungen im Kopf-Hals-Bereich.