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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Gibt es einen Zusammenhang von Hörsturz und Familienstand?

Poster Otologie

  • corresponding author Georg Wallner - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Greifswald
  • Holger Kaftan - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald
  • Werner G. Hosemann - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald
  • Thomas Kohlmann - Institut für Community Medicine, Greifswald

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2011;7:Doc04

doi: 10.3205/cpo000593, urn:nbn:de:0183-cpo0005934

Published: April 14, 2011

© 2011 Wallner et al.
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Zusammenfassung

Hintergrund: Beim Hörsturz handelt es sich um eine plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsschwerhörigkeit, deren Ursache in der Regel nicht bekannt ist. Da es gesundheitsbezogene Daten (z.B. kardiovaskuläre Risikofaktoren) gibt, die seltener bei verheirateten Menschen auftreten, sollte in einer retrospektiven Studie der Frage nachgegangen werden, ob eine Korrelation zwischen dem Familienstand Ehe und dem Auftreten eines idiopathischen Hörsturzes besteht.

Methode: Es wurden die Unterlagen von 394 Erwachsenen ausgewertet, die in unserer Klinik wegen eines Hörsturzes zwischen Dezember 2005 und April 2009 in Behandlung waren. Die dabei erhobenen Familienstandsdaten wurden mit denen der erwachsenen Gesamtbevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern (MV) verglichen.

Ergebnisse: Von den 394 Erwachsenen (Durchschnittsalter: 53,4 Jahre) waren 161 Männer (41%) und 233 Frauen (59%). Während 67% der erwachsenen Hörsturzpatienten verheiratet waren, waren dies in MV nur 51% der Erwachsenen. Dieser höhere Anteil der Verheirateten unter den Hörsturzpatienten zeigte sich bei Männern und Frauen sowie in allen Altergruppen mit Ausnahme der unter 40-Jährigen. Er konnte in einer logistischen Regression auch unter statistischer Kontrolle von Alter und Geschlecht beobachtet werden.

Schlussfolgerung: Es zeigte sich, dass in unserer Klinik überdurchschnittlich häufig verheiratete Erwachsene wegen eines Hörsturzes behandelt wurden. Sehr wahrscheinlich ist dies nicht Ausdruck einer „erhöhten Innenohrvulnerabilität“ unter Ehebedingungen sondern vielmehr einer stärkeren inneren Bereitschaft oder auch eines erhöhten Druckes von Seiten des Ehepartners, sich behandeln zu lassen.