gms | German Medical Science

GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Belastungen der Wirbelsäule des Operateurs während Nasennebenhöhlenoperationen

Poster Varia

  • corresponding author Roland Jacob - BWZK Koblenz, Abt. V, HNO, Koblenz, Deutschland
  • Max Wunderlich - Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland
  • Dieter Leyk - ZInst SanBW Koblenz, Deutschland
  • Yvonne Stelzig - BwZK Koblenz, Deutschland
  • Torsten Rüther - Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2010;6:Doc67

doi: 10.3205/cpo000560, urn:nbn:de:0183-cpo0005600

Published: April 22, 2010

© 2010 Jacob et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Zusammenfassung

Einleitung: Schmerzen durch Fehlbelastungen der Halswirbelsäule sind eine häufige Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Gerade bei Operationen der Nasennebenhöhlen können Überlastungen der HWS und LWS durch Fehlhaltungen entstehen. Im HNO-Bereich existieren hierfür kaum systematische Untersuchungen, inwieweit die Arbeitshaltung oder unterschiedliche Operationstechniken solche Fehlbelastungen bedingen.

Methoden: Haltung und Bewegung der Wirbelsäule wurden mithilfe eines neu entwickelten ultraschallbasierten Analyseverfahrens (3-D-SpineMoveGuard) erfasst. Die explorative Einzelfallstudie dokumentiert insgesamt sechs Nasennebenhöhlen-Operationen in unterschiedlicher Operationstechnik (Mikroskop, Endoskop oder Stirnlampe).

Ergebnisse: Sagittale Abweichungen von neutral Null (Flexion) waren am stärksten im HWS Bereich ausgeprägt (Endstellung erreicht). Zusätzlich waren HWS und LWS mehrdimensional verdreht. Die Analyse der Wirbelsäulendynamik ergab für 65 % bis 90 % der Tätigkeitsdauer statische Arbeitshaltungen. Arbeiten mit dem Mikroskop waren am stärksten mit der Isometrie verknüpft.

Schlussfolgerungen: Aufgrund der Zwangshaltungen in verdrehter Oberkörperposition ist von einer hohen tätigkeitsspezifischen Wirbelsäulenbelastung auszugehen. Neben individuellen, gymnastischen Maßnahmen intraoperativ sollten ergonomische Optimierungen sorgfältig evaluiert und zur Entlastung der Operateure eingesetzt werden.