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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Analyse der DNA Stabilität bei Miniorgankulturen unter dem Einfluss von Refluxbestandteilen

Poster

  • corresponding author Juliane Weigelt - Universitätsklinikum Halle, Deutschland
  • Annett Sandner - Universitäts- und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie MLU Halle/Saale, Deutschland
  • Kerstin Neumann - Universitäts- und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie MLU Halle/Saale, Deutschland
  • Ilona Schön - Universitäts- und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie MLU Halle/Saale, Deutschland

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2010;6:Doc09

DOI: 10.3205/cpo000502, URN: urn:nbn:de:0183-cpo0005025

Published: April 22, 2010

© 2010 Weigelt et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass laryngopharyngealer Reflux als Risikofaktor für die Entstehung von Larynx bzw. Hypopharynxkarzinomen wirken kann. Hierbei scheinen sowohl saure als auch biliäre Refluxbestandteile in unterschiedlichem Ausmaß eine Rolle zu spielen. In unterschiedlichen in vitro Modellen wurde der Einfluss einzelner Refluxatbestandteile auf die DNA Stabilität ausgewachsener Epithelzellen (EpC) und Miniorgankulturen (MOC) untersucht.

Methoden: Epithelzellkulturen und Miniorgankulturen mit nativem und künstlichem Magensaft bei pH 3; 4,5; 5,5; 6,5 sowie Pepsin und Gallensalzen in unterschiedlichen Konzentrationen inkubiert und anschließend mithilfe der Comet Assay die DNA-Schädigung in Form von Einzelstrangbrüchen, alkalilabilen Stellen und inkompletter Exzisionsreparatur als Olive Tail Moment (OTM) quantifiziert.

Ergebnisse: Sowohl nativer als auch artifizieller Magensaft verursachen DNA-Strangbrüche. Mit sinkendem pH-Wert wurden steigende OTM-Werte gefunden. Die stärkste DNA-Fragmentierung war nach Inkubation mit nativem Magensaft messbar. Nach Analyse der Refluxatbestandteile zeigte Pepsin das größte Schädigungspotential, gefolgt von Gallensalzen. Nach Hitzeinaktivierung des Enzyms, waren die Werte mit der pH-Kontrolle identisch. MOCs und EpC zeigten das gleiche Schädigungsmuster.

Schlussfolgerungen: Im in vitro Modell konnte mithilfe des Comet Assays der unterschiedliche Einfluss von Pepsin und Gallensäuren auf die DNA-Stabilität nachgewiesen werden. Die genauen Mechanismen sind dabei noch ungeklärt und sollten in weiterführenden Studien untersucht werden.

Unterstützt durch: BMBF FKZ 17/30