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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Orbitakavernome – eine eigene Entität?

Poster Rhinologie

  • corresponding author Susanne Wiegand - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Marburg, Deutschland
  • Peter J. Barth - Institut für Pathologie, Marburg, Deutschland
  • Annette P. Zimmermann - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Marburg, Deutschland
  • Behfar Eivazi - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Marburg, Deutschland
  • Andreas Sesterhenn - Abteilung für Neuropathologie, Marburg, Deutschland
  • A. Pagenstecher - Abteilung für Neuropathologie, Marburg, Deutschland
  • Jochen Werner - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Marburg, Deutschland

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2010;6:Doc04

doi: 10.3205/cpo000497, urn:nbn:de:0183-cpo0004977

Published: April 22, 2010

© 2010 Wiegand et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Orbitakavernome sind Niedrigflussmalformationen, die typischerweise im mittleren Lebensalter durch einen schmerzlosen Exophthalmus, Motilitätsstörungen, Doppelbilder oder Visuseinschränkungen symptomatisch werden. Orbitakavernome werden auch als kavernöse Hämangiome, kavernöse Angiome oder venöse Malformationen bezeichnet. Die unterschiedliche makroskopische Beschaffenheit der Kavernome im Vergleich zu den venösen Malformationen, denen sie in einigen Klassifikationen zugerechnet werden, veranlasste uns, die Histopathologie entsprechend zu vergleichen.

Methoden: Es erfolgte die histopathologische Aufarbeitung von Orbitakavernomen im Vergleich zu venösen Malformationen hinsichtlich möglicher strukturelle und histochemisch fassbarer Unterschiede.

Ergebnisse: Das Kavernom besitzt im Gegensatz zu den typischen venösen Malformationen eine derbe Konsistenz und neigt zu Einblutungen. Im Vergleich zu den venösen Malformationen zeigten sich bei der histologischen Untersuchung der Kavernome sehr dünne Kavernenwände stabilisiert durch glatte Muskulatur, zudem lag zwischen den einzelnen Hohlräumen kein Orbitagewebe. Dieses fehlende intervaskuläre Gewebe ist typisch für die Kavernome, passend zu den endokraniellen Kavernomen.

Schlussfolgerung: Obitakavernome scheinen keine venösen Malformationen im eigentlichen Sinne zu sein sondern eine eigene Entität bisher ungeklärter Pathogenese, die extrakraniell nur in der Orbita vorkommt. Es sollte daher – wie bei zerebralen Malformationen bereits üblich – eine Unterscheidung zwischen Kavernomen und venösen Malformationen erfolgen.