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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Rheopherese bei akutem Hörsturz: Ergebnisse einer großen, prospektiven, randomisierten, kontrollierten Multicenter-Studie

Poster Innenohr

  • Ralph Mösges - Institut für Medizinische Statistik, Information und Epidemiologie, Köln
  • Juliane Köberlein - Institut für Medizinische Statistik, Information und Epidemiologie, Köln
  • Andreas Heibges - Apherese Forschungsinstitut, Köln
  • Bernard Erdtracht - Rheopheresezentrum, Köln
  • corresponding author Reinhard Klingel - Apherese Forschungsinstitut, Köln
  • Walter Lehmacher - Institut für Medizinische Statistik, Information und Epidemiologie, Köln

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2009;5:Doc30

doi: 10.3205/cpo000434, urn:nbn:de:0183-cpo0004345

Published: April 16, 2009

© 2009 Mösges et al.
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Zusammenfassung

Hintergrund: Der akute Hörsturz wird auf eine Reihe verschiedener Ätiologien zurückgeführt, die gemeinsam eine Störung der Mikrozirkulation im Innenohr zur Folge haben. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Wirksamkeit der Rheopherese, einem Verfahren der Fibrinogen-LDL-Apherese zur Behandlung von Mikrozirkulationsstörungen, bei Patienten mit akutem Hörsturz.

Methoden: Die Rheopherese-Gruppe erhielt 2 Behandlungen innerhalb von 5d, die Kontrollgruppe eine Standardtherapie bestehend aus Prednisolon oder einer Infusionstherapie (HES + Pentoxifyllin) für jeweils 10d. Es wurden die absolute Hörerholung im Reintonaudiogramm nach 10d und 42d, die Auswirkung auf die Lebensqualität (SF-36) und die Sicherheit der Therapie untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt 240 Patienten wurden bei niedergelassenen HNO-Ärzten oder in Kliniken in die Studie eingeschlossen. Die Rheopherese erwies sich bezogen auf die mittlere Hörerholung 10d nach Therapiebeginn als gleich wirksam wie die Standardtherapien (p < 0,001). Eine einzige Rheopherese-Behandlung bewirkte eine stärkere Hörerholung nach 48 Std. bei Patienten mit erhöhter Plasmaviskosität (> 1,8 mPas s; p < 0,05) oder hohem Gesamtprotein (> 74 g/dL; p < 0,05). Desweiteren zeigten Rheopherese-Patienten eine signifikant höhere Besserung der Lebensqualität (Aspekte der körperlichen Gesundheitsempfindung).

Schlussfolgerung: Die Fibrinogen-LDL-Apherese (Rheopherese oder HELP-Apherese) wurde in 2 kontrollierten randomisierten Studien mit jeweils über 200 Patienten übereinstimmend als wirksame und sichere Hörsturztherapie bestätigt. Innerhalb der Hörsturz-Leitlinien ist die Fibrinogen-LDL-Apherese eine etablierte Therapieoption, deren Kostenerstattung im Einzelfall beantragt oder auf Selbstzahlerbasis getragen werden muss.

Unterstützt durch: Hans und Marlies Stock-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Köln; Asahi Kasei Kuraray Medical Co., Ltd., Tokyo, Japan