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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Extramedulläre laryngeale Manifestation eines Multiplen Myeloms – eine Rarität unter den Larynxtumoren

Poster Hals

  • corresponding author Cornelia Seidel - HNO-Klinik, Zeitz
  • Steffen Mehnert - HNO-Klinik, Georgius-Agricola-Klinikum, Zeitz
  • Wolfram Pönisch - Abt. für Hämatologie und Intern. Onkologie, Universitätsklinikum AöR, Leipzig
  • Bekele A. Mekonnen - HNO-Klinik, Georgius-Agricola-Klinikum, Zeitz

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2008;4:Doc08

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Published: April 22, 2008

© 2008 Seidel et al.
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Zusammenfassung

Wir berichten über eine 67-jährige Patientin, die sich wegen einer seit zwei Monaten bestehenden Heiserkeit mit zunehmender Dyspnoe vorstellte. Seit zwei Jahren war ein Multiples Myelom IgG lambda bekannt. Durch Poly-Chemotherapien und autologe periphere Blutstammzellentransplantation konnte eine partielle Remission erreicht werden. 6 Monate vor der Vorstellung kam es zu einem Progress der Erkrankung mit Plasmazellleukämie und daraus resultierender Chemotherapie-umstellung.

Bei der Spiegeluntersuchung zeigte sich die rechte Stimmlippe im Sinne einer Monochorditis leicht gerötet und verdickt, die Stimmlippenbeweglichkeit war deutlich eingeschränkt. Die gesamte rechte Kehlkopfseite wurde von außen komprimiert. Die Palpation am äußeren Kehlkopf sowie die durchgeführte MRT zeigten einen ca. 2,5 x 3 cm großen, derben Tumor paralaryngeal rechts. Das Larynxskelett schien durch den Tumor umfasst, jedoch nicht destruiert.

Bei der Mikrolaryngoskopie in Intubationsnarkose wurde eine Biopsie aus dem Tumor supraglottisch rechts (Taschenfalte) nach vorangegangener Schleimhautschlitzung entnommen. Komplikationen ergaben sich weder intra- noch postoperativ.

Histologisch und immunhistochemisch ergab sich der Befund einer extramedullären Manifestation des Multiplen Myeloms.

Bei weiteren Untersuchungen zeigte sich weiterhin eine extramedulläre Manifestation in der rechten Keilbeinhöhle. Es folgte die palliative Radiatio der Larynxregion sowie der rechten Schädelbasis, Keilbeinhöhle, Orbitaboden und -hinterwand und der Kieferhöhle bds. Darunter konnte eine gute Remission erzielt werden.

Bei den malignen Kopf-/Hals-Tumoren kommt das extramedulläre Plasmozytom nach Literaturangaben in 1% bis 3% der Fälle vor,laryngeale Manifestationen sind ausgesprochen selten.