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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Expression des neurotrophen Faktors Erythropoietin und des korrespondierenden Rezeptorsystems im Akustikusneurinom

Poster

  • corresponding author Marc Diensthuber - HNO-Klinik Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Torben Ilner - HNO-Klinik Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Lenarz - HNO-Klinik Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Rodt - Neurochirurgische Klinik Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Hans Kreipe - Institut für Pathologie Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Timo Stöver - HNO-Klinik Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc139

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000243.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Diensthuber et al.
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Zusammenfassung

Das Akustikusneurinom (AN) ist ein gutartiger Tumor, der aus den Schwann-Zellen des VIII. Hirnnervs hervorgeht. Es werden verschiedene genetische Auslöser für die Entstehung des AN diskutiert. Bislang existieren jedoch kaum Kenntnisse hinsichtlich der wachstumsbeeinflussenden Faktoren.

Ziel dieser immunhistochemischen Studie war es, die Expression des neurotrophen Faktors Erythropoietin (EPO) und seines Rezeptors EPO-R an einer Serie von 38 AN der sporadischen Variante und an 16 AN, die sich im Rahmen einer Neurofibromatose Typ II manifestierten, zu untersuchen. Zusätzlich erfolgte der Nachweis des Hypoxia Inducible Factor-1a (HIF-1a), der den wichtigsten Regulator der EPO-Expression darstellt, sowie des anti-apoptotischen Proteins bcl-2. Um die Bedeutung von EPO für das Wachstumsverhalten des AN zu untersuchen, wurde der Ki-67-Proliferationsindex (PI) sowie die Vaskularisation der Tumoren ermittelt.

36 der 54 (66%) untersuchten AN zeigten eine positive Immunreaktion für EPO und in 46 Fällen (85%) ließ sich EPO-R nachweisen. In 41 Fällen (76%) konnte HIF-1a, in 48 Fällen (89%) bcl-2 nachgewiesen werden. Die Expression von EPO und EPO-R korrelierte dabei mit der Expression von bcl-2. AN mit hoher Expression von HIF-1a, EPO und bcl-2 zeigten einen signifikant höheren PI.

Die in beiden Varianten des AN demonstrierte Expression von EPO und EPO-R legt eine funktionelle Bedeutung für das biologische und klinische Verhalten dieses Tumors nahe. Die Korrelation der Expression von EPO und EPO-R mit bcl-2 kann als Hinweis gewertet werden, dass EPO seine anti-apoptotische Wirkung auch im AN über bcl-2 entfaltet. Die Korrelation der Expression von HIF-1a, EPO und bcl-2 mit dem PI spricht für eine Bedeutung dieser Faktoren für das Wachstumsverhalten des AN.