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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Molekulargenetische Analyse von ENG- und ALK-1 Mutationen bei Patienten mit hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie und Korrelation mit klinischen Befunden

Poster

  • Behfar Eivazi - Univ.-HNO-Klinik Marburg, Marburg
  • W. Engel - Institut für Humangenetik, Göttingen
  • Karim Nayernia - Institut für Humangenetik, Göttingen
  • Lars-Erik Wehner - Institut für Humangenetik, Göttingen
  • Jochen Werner - Univ.-HNO-Klinik, Marburg
  • corresponding author Benedikt Folz - Univ.-HNO-Klinik, Marburg

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc131

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000235.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Eivazi et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT, Rendu-Osler-Weber-Syndrom) ist eine autosomal dominant vererbte Erkrankung. Bislang konnten Mutationen in zwei Genen, dem Endoglin (ENG)- und dem Aktivin-Rezeptor-ähnliche-Kinase (ALK-1)-Gen, festgestellt werden.

Methoden: DNA-Analyse des Endoglin und des ALK-1-Gens bei 23 Patienten aus 9 Familien und Korrelation der Ergebnisse mit den klinischen Befunden.

Ergebnisse: Es fanden sich insgesamt bei 17/23 Personen Mutationen an verschiedenen Lokalisationen entweder des ENG- (11/23) oder des ALK-1-Gens (6/23). Viszerale arteriovenöse Malformationen wurden bei 9/11 Patienten mit Mutationen des ENG- und bei 2/6 Patienten mit Mutationen des ALK-1-Gens nachgewiesen. Unterschiede in Bezug auf die rezidivierende Epistaxis zeigten sich nicht. Bei sechs Patienten konnte weder eine Mutation des ENG- noch des ALK1-Gens festgestellt werden. Die Diagnose einer HHT musste jedoch bei 2 Individuen aufrechterhalten werden, da diese drei positive Curacao-Kriterien erfüllt haben. Bei diesen Personen muss davon ausgegangen werden, dass andere Mutationen von Genen des TGF-ß-Pfades vorliegen.

Schlußfolgerung: Es zeigte sich, dass bei der HHT eine sehr heterogene Verteilung der Mutationen vorliegt. Daher wird es schwierig sein, einen molekulargenetischen Test für die Routine zu entwickeln. Die molekulargenetische Untersuchung bei Patienten mit HHT kann bei der Diagnosestellung als eine hilfreiche Ergänzung zu den klinischen, wie z.B. Curacao-Kriterien betrachtet werden.