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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Der Halsabszess als Primärmanifestation von Kopf- und Halskarzinomen – Erfahrungen und Konsequenzen für das diagnostische Handeln

Poster Onkologie

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  • corresponding author Susanne Kinzer - HNO Uniklinik, Freiburg
  • Carsten C. Boedeker - HNO Uniklinik, Freiburg
  • Gerd J. Ridder - HNO Uniklinik, Freiburg

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc091

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000195.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Kinzer et al.
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Zusammenfassung

Infektionen der Halsweichteile und Halsabzesse treten in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde regelmäßig auf. Ätiopathogenetisch wird der Halsabszess als Primärmanifestation von Malignomen im Kopf-Hals-Bereich meist initial nicht in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbezogen.

Im Zeitraum von 1997 bis 2005 behandelten wir 234 Patientenfälle mit Halsabszessen. Patienten mit Peritonsillar- und Speicheldrüsenabszessen sowie mit Abszessen dentogener oder traumatischer Genese wurden nicht berücksichtigt.

In 13 Fällen (5,6%) wurde die histologische Diagnostik eines Malignomes gestellt. Es handelte sich um 11 männliche und 2 weibliche Patienten. Das mittlere Alter lag bei 58 Jahren (Minimum 43, Maximum 89 Jahre). In 6 Fällen war der Abszess die klinische Erstmanifestation eines Oro- bzw. Hypopharynxkarzinomes, in 2 Fällen eines Larynxkarzinomes, in weiteren 2 Fällen einer lymphogenen Metastasierung mit Primarius im Kopf-Hals-Bereich. In 2 anderen Fällen blieb der Primarius unbekannt (CUP-Syndrom) und in einem Fall handelte es sich um die Manifestation eines Non-Hodgkin-Lymphomes. Das Keimspektrum verteilte sich auf aerobe Erreger (4 Patienten), anaerobe Erreger (2 Patienten) und aerob-anaerobe Mischinfektionen (2 Patienten). In 4 Fällen blieb die Kultur steril.

Zusammenfassend sollten maligne Prozesse in die Differentialdiagnostik von Halsabszessen einbezogen werden. Probeentnahmen aus der Abszessmembran sind zur frühzeitigen Diagnosestellung erforderlich. Insbesondere bei Risikopatienten sollte zum Ausschluß einer Neubildung im Kopf-Hals-Bereich die Indikation zur gleichzeitigen Panendoskopie großzügig gestellt werden.