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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Bakterien- und Pilzbewuchs auf Stimmprothesen in der Zeitkinetik – Eine mikrobielle Untersuchung von 133 Prothesen an der Universität Rostock

Poster Larynx

  • Tobias Schuldt - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie "Otto Körner", Rostock
  • corresponding author Burkhard Kramp - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie "Otto Körner", Rostock
  • Steffen Dommerich - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie "Otto Körner", Rostock
  • Sabine Crusius - Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene, Universität Rostock, Rostock

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc038

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000142.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Schuldt et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Stimmprothesen sind nach einer Laryngektomie wertvolle Hilfsmittel zur stimmlichen Rehabilitation des Patienten. Die Funktionsdauer wird dabei hauptsächlich durch die mikrobielle Besiedlung der Prothese mit Bakterien und Pilzen limitiert.

Methoden: Nach Entfernung der Prothesen wurde ein Abstrich von der ösophagealen Seite entnommen und mikrobiologisch untersucht.

Ergebnisse: Auf 133 untersuchten Stimmprothesen (mittlere Liegedauer 227 Tagen) wurden am häufigsten die Bakterienarten Staph.aureus, Pseudomonas spec., Enterobacter sowie die Mykosen Candida albicans, C.krusei, C.glabrata und C.tropicalis nachgewiesen.

Bereits nach wenigen Tagen in situ sind im Mittel 1,5 Bakterien- bzw. 1,25 Pilzarten pro Prothese nachweisbar. Im weiteren Verlauf ist ein schnellerer Anstieg der Bakterienvielfalt im Vergleich zu den Pilzen auffallend, die sich aber bei beiden nach 30 Tagen auf ein Sättigungsplateau einstellt. Bei den Bakterien liegt dieses bei 1,9 respektive bei den Pilzen bei 2,2 Arten pro Stimmprothese und steigert sich auch bei überdurchschnittlich lange liegenden Prothesen nicht.

Schlussfolgerung: Nach Einsatz der Stimmprothese beginnt die mikrobielle Besiedlung der Oberfläche mit verschiedenen Mikroorganismen, wobei die Kolonisation mit Bakterien schneller erfolgt als die mit Pilzen. Die Artenqualitäten dahingegen haben keinen Einfluss auf die Liegedauer der Prothese, vielmehr sind die Quantität sowie die Artenkombinationen von Bakterien und Pilzen als zeitlich limitierender Faktor zu sehen.