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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Malignome der Tränenwege – Übersicht und Darstellung von 3 Fällen

Poster Rhinochirurgie

  • corresponding author Jörg Törpel - HNO KLINIK Chemnitz, Chemnitz
  • Yvonne Oeser - HNO Klinik Chemnitz, Chemnitz
  • Bernd Heidemüller - HNO Klinik Chemnitz, Chemnitz
  • Jens Oeken - HNO Klinik Chemnitz, Chemnitz

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc017

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000121.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Törpel et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Maligne Tränenwegstumoren sind selten. In der internationalen Literatur finden sich hierzu fast ausschließlich Fallbeschreibungen.

Dennoch müssen sie als eine Ursache von Stenosen der Tränenwege in die Differenzialdiagnose einbezogen werden. Als Symptome gelten Schwellungen im inneren Augenwinkel, Epiphora und wechselnde Spülbefunde.

Methode: Seit 1997 lassen wir bei allen Dakryozystorhinostomien histologische Untersuchungen vornehmen. Im Falle des Vorliegens eines malignen Tumors analysierten wir die präoperative Symptomatik.

Ergebnisse: Bei 128 konsekutiv untersuchten Patienten, welche uns zur Tränenwegssanierung eingewiesen wurden, fanden wir in 3 Fällen (2,3 %) ein Malignom. Histologisch zeigte sich ein Plattenepithelkarzinom, ein adenoidzystisches Karzinom und ein B – Cell Lymphom. Bei den Patienten mit Plattenepithelkarzinom und dem malignen Lymphom bestand bereits präoperativ der Verdacht auf ein Malignom. Richtung weisend war dabei das kombinierte Vorliegen einer Epiphora, einer nicht entzündlichen Schwellung im medialen Augenwinkel und im Falle des Lymphoms der endoskopische Befund. Das adenoid-zystischen Karzinom wurde zufällig entdeckt, hier lag präoperativ lediglich der Hinweis auf eine Stenosierung der Tränenwege vor. Bei den Patienten mit den Karzinomen schloss sich eine chirurgische und radioonkologische Behandlung an, bei dem Pat. mit dem Lymphom folgte eine systemische Chemotherapie durch den Hämatologen. Alle drei Patienten befinden sich zurzeit im Stadium der Remission.

Schlussfolgerung: Bei allen Dakryozystorhinostomien sollten die resezierten Tränensackanteile histologisch untersucht werden. An ein Malignom sollte bei ungewöhnlicher Befundkonstellation differentialdiagnostisch gedacht werden.