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Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin München

04.05. - 06.05.2012, München

Bayernweites Diabetes-Register für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (DiMelli Studie): Ergebnisse nach zwei Jahren Studiendauer

Meeting Abstract

  • K. Warncke - Helmholtz Zentrum München, Institut für Diabetesforschung, Neuherberg, Germany; Kinderklinik München Schwabing - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Schwabing, StKM GmbH und Klinikum rechts der Isar (AöR) der Technischen Universität München, München, Germany
  • M. Krasmann - Forschergruppe Diabetes, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Germany
  • C. Milz - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München, Germany
  • K. Adler - Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, Germany
  • F. Hofmann - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München, Germany
  • M. Keller - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München, Germany
  • E. Donnachie - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München, Germany
  • A.G. Ziegler - Helmholtz Zentrum München, Institut für Diabetesforschung, Neuherberg, Germany; Forschergruppe Diabetes, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Germany; Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, Germany

Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern. München, 04.-06.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12sgkjFV26

DOI: 10.3205/12sgkj26, URN: urn:nbn:de:0183-12sgkj266

Veröffentlicht: 11. April 2012

© 2012 Warncke et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Anzahl der Diabetes-Neuerkrankungen steigt weltweit an. Bei Kindern und Jugendlichen fand man bisher hauptsächlich Typ-1-Diabetes (T1D). Aufgrund des zunehmenden Übergewichts nehmen Typ-2-Diabetes (T2D) und Mischformen zu. Ziel der DiMelli-Studie ist die Erfassung der Diabetes-Inzidenz und die Phänotypisierung anhand immunologischer, metabolischer und genetischer Parameter.

Methoden: Erfasst werden Patienten aus Bayern unter 20 Jahren mit einer Diabetesdauer unter sechs Monaten. Es wird ein strukturierter Fragebogen ausgefüllt und eine Blutentnahme zur Bestimmung von T1D-assoziierten Autoantikörpern, Transglutaminase-/ TPO-Antikörpern, nüchtern-c-Peptid/ -Insulin, HbA1c, Fettstoffwechselparametern, HLA-Typ und T2D-assoziierten Genen durchgeführt.

Ergebnisse: Von 04/2009 bis 10/2011 wurden 479 Patienten (54.2% männlich) registriert. 82% wurden als T1D (mehrere positive Autoantikörper), 7.7% als T2D (kein Autoantikörpernachweis) und 10.3% als Mischformen (ein Antikörper) klassifiziert. Die Prävalenz positiver Autoantikörper war am höchsten bei Kindern unter 15 Jahren, die Frequenz von Insulin-Autoantikörpern nahm mit steigendem Alter ab (p<0.0001). Patienten mit multiplen Antikörpern waren jünger und hatten niedrigere c-Peptidwerte. Im Rahmen der SEARCH-Studie wurde ein Insulinsensitivitäts-Score – logeIS = 4.64725-0.02032x(Bauchumfang in cm) - 0.09779x(HbA1c, %)-0.00235x(Triglyceride in mg/dl); Dabelea et al., 2011 – evaluiert, der auch auf die DiMelli-Kohorte anwendbar ist und mit Alter und Body-Mass-Index (BMI) korreliert. Im Vergleich zu SEARCH finden sich in unserer Kohorte mehr Patienten mit autoimmunem, Insulin-sensiblem Phänotyp (T1D) und weniger mit fehlender Autoimmunität und Insulinresistenz (T2D).

Schlussfolgerung: Die meisten Patienten in Bayern erkranken an T1D. Der Insulin-Sensitivitäts-Score nach Dabelea et al. ist mit DiMelli auf eine zweite große Studienkohorte anwendbar und beschreibt erstmals Insulinsensitivität ohne Bestimmung von Insulin.