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Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin München

04.05. - 06.05.2012, München

Zunahme der traumatischen Verletzungen bei Kindern durch Trampolinspringen

Meeting Abstract

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  • N. Berger - Kinderorthopädische Klinik Aschau im Chiemgau, Aschau i. Chiemgau, Germany
  • B. Bader - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Murnau a. Staffelsee, Germany
  • V. Bühren - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Murnau a. Staffelsee, Germany

Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern. München, 04.-06.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12sgkjFV24

DOI: 10.3205/12sgkj24, URN: urn:nbn:de:0183-12sgkj243

Veröffentlicht: 11. April 2012

© 2012 Berger et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Seit der Verbreitung von Trampolinen in unseren Vorgärten nahm die Zahl der Kinder, die sich dabei verletzten und in unserer Nothilfe vorstellig wurden, deutlich zu. Wir haben uns daraufhin mit der Inzidenz sowie Morbidität dieser Patienten beschäftigt.

Methodik: In einer retrospektiven Studie wurden die in der Nothilfe unserer Klinik zwischen 2002 bis 2010 unfallchirurgisch vorstellig gewordenen Kinder (0-18 Jahre) auf Unfallursache und Diagnosen/Verlauf nachuntersucht. Bei den beim Trampolinspringen verletzten Kindern wurden per Fragebogen Verletzungsmechanismus und Umstände abgefragt.

Ergebnis: Zwischen 01/2002 und 12/2010 gingen insgesamt 268 Patienten in die Studie ein. Die Gesamtzahl der jährlichen Vorstellungen war dabei mit einem Mittel von 1507 (1375-1583) im Beobachtungszeitraum etwa konstant. Während sich in den Jahren 2002-2006 jährlich im Mittel 13,4 Kinder (7-21) beim Trampolinspringen verletzten, stiegen die Verletzungen ab dem Jahr 2007 sprunghaft an (Mittel 50,25/ 40-59). Der Anteil der schwer verletzten Kinder (ambulante Gipsbehandlung oder stationärer Aufenthalt) unter den Trampolinspringern blieb mit 23% dabei im untersuchten Zeitraum (2002-2010) etwa konstant. Als besonders bedenklich muss der Anteil von 2 halsmarkgelähmten Kindern (komplette Lähmung, C5 bzw. C6) im Jahr 2009 gelten.

Schlussfolgerung: Die offensichtlich weiträumige Verbreitung von Trampolin-Spielzeugen hat in unserem Einzugsgebiet zu einer deutlichen Zunahme der Gesamtzahl der unfallchirurgischen Verletzungen ab dem Jahr 2007 geführt. Dabei handelte es sich in 23 % um als schwer zu wertende Verletzungen. Demzufolge sind erweiterte Sicherheitsmaßnahmen an den Trampolinen ebenso wie eine vermehrte Elternaufklärung zu fordern.